Ich wünsch mir ne kleine Miezekatze

Folge 9, Aus dem neuen Leben eines Taugenichts

Wenden wir uns noch einmal dem Guten Bubi und den „Schnurrmeistern“ zu. Ausgerechnet den Katzen, die er zum Fressen gern haben sollte, bereitete der Hund recht wenige Schwierigkeiten. Der kleinste der Kater schmiss sich dem Rio regelrecht an den Hals und lieferte sich fortan „Kämpfe“ mit ihm, die bisweilen martialisch aussahen, aber beiden Vergnügen bereiteten und ohne Blessuren abliefen.

Mit den erwachsenen Katzen konnte Rio nicht viel anfangen. In große Erregung geriet er, wenn der große Kater sich mit dem kleinen balgte und das übliche Fauchen und Geschrei unter Katzen einsetzte. Das konnte der Hund nicht einordnen, es mißfiel ihm, regte ihn auf. Es schien für ihn so zu sein, als wolle der große Kater den kleinen Kater (mittlerweile von Rio „adoptiert“) abmurksen. In solchen Momenten greift man kurzerhand ein und schickt den Hund zurück auf seinen Platz. Insgesamt aber traten keine größeren Probleme auf. Der Hund durfte die Katzen beschnuppern und so lange er ruhig blieb, durfte er sie auch ablecken, auf solche Weise wurden sie ihm „vorgestellt“. „So eine feine Katze, so ein guter Rio“. Da sich die Katzen aber frei in Haus und Hof bewegen und nicht stets beaufsichtigt werden können, gab es für den Hund auch mal auf den Deckel, wenn er die Lefzen nach oben zog und die Zähne zeigte. 

— Kurzer Einschub: Im Tierheim meinten sie, Rio warne nicht vor. Da hätten sie genauer hinschauen müssen. Bevor es los ging, zog er kurz die Lefzen hoch, die Nase kraus und legte die Zähne frei. Das ist nicht sonderlich auffällig und er steigert diese Warnung auch nicht, man muss genau hinschauen – und dann schleunigst handeln. —

„Auf den Deckel“ hieß in diesem Fall: Ein leichter Klaps mit der flachen Hand unters Kinn, wenn er aus dem Schnuppern heraus am Katzenfell ziehen oder der Katze gar nachsetzen wollte. Sofern zur Hand, machte sich auch ein Strahl mit der Wasserpistole recht gut. Dann ein kurzes Innehalten: Alles klar, mein Guter? Anschließend sofort ein Lob und damit ist die Sache erledigt. Da ist niemand nachtragend, niemand zornig auf den Hund, aber eins hat klar zu sein: Meine Katze. Lass sie in Ruhe.

Katzen sind ohnehin ein guter Gradmesser für die Erregung und die Gestimmtheit des Hundes. Sie scheinen ein feines Aggressionsradar zu haben und so weiß man recht zuverlässig, wie der Hund gestimmt ist, wenn die Katzen entweder gelassen an ihm vorbei spazieren oder sich von ihm fern halten. Der kleine Kater hält sich nach wie vor die meiste Zeit bei den Hunden auf. Die beiden anderen Samtpfoten nehmen es hin, dass der Gute Bubi da ist, mehr aber auch nicht. Je nach Tagesform nähern sie sich ihm und schieben mal den Kopf an ihm vorbei, um ihm bei anderen Gelegenheiten aus dem Weg zu gehen. Für mich ist das in Ordnung. Es müssen sich nicht alle lieb haben, aber sich gegenseitig in Ruhe lassen, das möchte sein.

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