Rio Reisser

Folge 10, Aus dem neuen Leben eines Taugenichts 

Gestern: Die Katze jagt die Treppe rauf, der Kater hinterher, um sie, es ist gerade schlechtes Wetter und draußen lockt kein besserer Zeitvertreib, zu vermöbeln. Der Herr des Hauses verfolgt den Kater – und schon stoppt auch schon die Kante des Treppengeländers den nackten Fuß des schlagartig ausgebremsten Katzenbändigers. Au. Au. Au. Kleiner Zeh gebrochen.

Heute Morgen: Der nutzlose Appendix wird mittels Tape am Fuss fixiert, der Fuß wiederum passt noch in den Radschuh. Es ist zwar nass, aber recht mild, eine Runde lockeres Radeln ist drin. Nicht wirklich angenehm, es drückt und zwickt ein wenig, aber man kann sich ja auch mal durchbeißen.

Apropos Durchbeißen: 

Wie so oft bei Problemhunden konnte man auch beim Guten Bubi die Uhr danach stellen, wann er nach der Übernahme aus dem Tierheim sein wahres Gesicht zeigt. Die ersten zwei Wochen haben die Hunde damit zu tun, das neue Zuhause kennenzulernen, die neue Umgebung, die neuen Halter. Alles ist plötzlich anders für den Hund, er muss sich erst einmal einfinden. Der neue Besitzer wundert sich ein wenig, so schwierig wie vom Tierheim geschildert, scheint der Hund nicht zu sein. Habe die denn alle keine Ahnung? Hat man nur selbst das rechte Händchen für den Halunken? Können diese Augen wirklich lügen? 

Absolut.

Spätestens nach zwei Wochen weiß der Hund, wo der Hase lang läuft: MEIN Zuhause. MEINE Umgebung. MEINE Halter. Und er zeigt, was in ihm steckt. All das, was die Betreuer im Tierheim schon von ihm erlebt haben und noch mehr, was er im Tierheim nicht zeigen konnte. Nie gegen uns gerichtet, aber gegen alle anderen, ob Zwei- und Vierbeiner.

Seit einigen Wochen ist der neue Hund hier. Nach Eingewöhnung im neuen Heim, zeigt er klar, was ER von fremden Hunden und Menschen hält:
Nichts!
Gefahr!
Ätzend!
Weg da!
Auf der Stelle!
Koste es mich, was es wolle!
Bis zum Herzkasper!

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