Ohne Leine

Folge 27, Aus dem neuen Leben eines Taugenichts

Leinenführigkeit hat der Gute Bubi ohne Leine erlernt. Das Geschehen in den drei, vier Wochen, in denen wir ihn wie beschrieben mehr oder minder wortlos führten und ihm nur vermittelten „sei aufmerksam“ „orientiere dich an mir“ „schließe dich mir an“ übertrug sich auf sein Begleiten an der Leine. 

Selbstredend hatten wir zuvor bereits mit ihm geübt, an lockerer Leine zu gehen, nicht zu ziehen. Das wurde ihm gesagt und er hat es dann auch jeweils ausgeführt. Der Rio jedoch, der gelernt hatte, sich uns anzuschließen, tat das auch von selbst an der Leine. So, wie er unangeleint nicht mehr losgestürmt ist, sondern locker seinen Radius einhielt, bewegte er sich auch an der Leine. Auf einem Foto oder im Film würde beides auch auf den ersten Blick gleich aussehen, möglicherweise unsere zweite Variante sogar schlechter, da weniger „gehorsam“ am Bein klebend. Den Unterschied spürt man, wenn man die Leine in der Hand hält. 

Ich spreche dabei nicht von exakten Positionen bei Fuß, wie sie im Hundesport erwartet und einstudiert werden. Den meisten Familienhundehaltern dürfte es ziemlich egal sein, ob ihr Hund zehn Zentimeter mehr oder weniger vom Bein entfernt geht, ihnen ist es im Alltag wichtig, dass er nicht an der Leine zerrt. Übungen zur Präzision kann man durchaus machen, wenn einem das wichtig ist oder Freude bereitet, dagegen ist nichts einzuwenden. Mit dem Rio sollte ich so etwas später auch noch ein wenig üben. Wichtig war uns jedoch zunächst, dass er aus einem inneren Bedürfnis heraus bei uns bleibt und nicht, weil die Leine dies unter Zwang setzt. Die Leine sollte nur noch unter manchen Alltagsbedingungen als Absicherung dienen, im Übrigen sollte er sich, wie unsere anderen Hunde auch, weitgehend frei bewegen können.

Statt weiterer Umschreibungen an dieser Stelle noch einmal die Worte von Mr. LoboPark:

„Nicht wir müssen uns um den Hund kümmern, sondern er sich um uns. So ist er aufgrund seines angeborene Sozial-und Rudelverhaltens gestrickt. Je mehr Mühe ich mir mit dem Hund gebe, desto weniger Mühe gibt er sich mit mir.“ 

( Er ist in der Tat der Meinung -die ich grundsätzlich, aber nicht in jedem Einzelfall teile-, dass eine Hundeleine überflüssig ist und mehr Probleme aufwirft, als sie löst. Voraussetzung: Der Hund ist zur Leinenlosigkeit erzogen)

Bis dahin war jedoch noch ein stattlicher Weg zu gehen und der führte uns einige Wochen später im Kreis – in den Longierkreis. Nächste Folge. 

(Den Rio im Alltag ohne Leine gibt es später aber auch noch zu sehen.)

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