Sechs Tage im Kreis, immer rund herum. (Teil 3)

Folge 30, Teil 3. Aus dem neuen Leben eines Taugenichts

So hatten wir denn während des Urlaubs fünf Tage mit täglich zwei Trainingseinheiten mit dem Bösen Bubi am Longierkreis angesetzt. Den Ablauf dieser Stunden im Detail zu schildern, würde den Rahmen dieses Blogs sprengen. Wer es nicht selbst erlebt hat, wird sich anhand der Schilderungen möglicherweise kein sehr gutes Bild machen können, ich versuche dennoch, unser Tun so gut wie möglich zusammenzufassen. Die Qualität der Photos sehe man mir bitte nach. Ich habe die Bilder zwecks Veranschaulichung nachträglich noch auf die Schnelle gemacht und während ich mich selbst bewegte und der Hund sich bewegte, kam die Kamera in der einsetzenden Dämmerung nebst beginnendem Schneefall wohl nicht mehr mit.

Zunächst braucht man einen Longierkreis. Hat man keinen eigenen Trainingsplatz mit stationären Aufbauten, dann schafft man sich den Kreis mittels Häringen und Absperrband. Der Durchmesser variiert, wir verwendeten einen Kreisdurchmesser von 10 bis 20 Metern. Das Kreisinnere wird für den Hund zur Tabuzone erklärt, dort darf er nicht hinein. Das ist mein Raum, den ich beanspruche. 

Anschließend lässt man den Bösen Bubi zunächst an einer langen, dünnen Leine, dann ohne Leine außen um den Kreis herum laufen. Die erste Einheit übernimmt H., weil der weiß, wie es geht. Später sind dann wir dran. 

Der Abstand zum Hund ist zunächst recht klein. Die Leine wird locker in den Händen gehalten und stückweise wird der Abstand zu Rio vergrößert. Die Leine läuft locker durch die Finger, schleift aber nicht auf dem Boden. Im weiteren Verlauf fällt die Leine weg, sie würde nur stören. Das Longieren hat nichts mit einer wilden Animation des Hundes zu tun, wir rennen nicht anfeuernd neben ihm her. Man rennt überhaupt nicht, sondern bleibt ruhig und dirigiert den Hund durch Position, Körperhaltung und Blicke. Recht schnell hat Rio das Grundprinzip verstanden und läuft im Trab rund um den Kreis. 

Der Longierkreis bewirkt dabei zunächst zweierlei: Der Hund flüchtet nicht, der Kreis erzeugt eine bindende Wirkung. Der Hund möchte ja gerne zum Halter, darf dies aber nicht, denn die maximal mögliche Annäherung ist ihm bis zur Absperrung möglich. Dort läuft er recht bald entlang, auch ohne, dass die Leine dies unter Zwang setzt. Der Halter ist im Kreisinneren und bleibt der steuernde Mittelpunkt des Geschehens. Der Hund orientiert sich währenddessen fast automatisch am Menschen. 

Auf solcherlei Weise läuft der Rio die erste Stunde im Kreis. Im Trab. Runde um Runde.

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