Hunde gehören auf den Tisch

And I don’t know if I’m being foolish
I don’t know if I’m being wise
But it’s something that I must believe in
And it’s there when I look in your eyes. 

(George Young und Harry Vanda, Love is in the air)

***

Folge 40, Aus dem neuen Leben eines Taugenichts

Zu diesem Video wollte ich gar nichts schreiben. Es ist nicht so leicht zu beschreiben, was hier stattfindet. Denn das, worum es geht, ist kein äußerer Ablauf, sondern ein inneres Empfinden. Ganz ohne Erklärung möchte ich die Leser aber doch nicht lassen. Nicht alle haben einen Hund, nicht alle können mitvollziehen, was der Gute Bubi und ich da machen.

Der Gute Bubi lernt mehrere Dinge. Er nimmt verschiedene Positionen ein (das ist der äußere Rahmen des Geschehens), er tut dies, ohne dabei nah an mir sein zu müssen und vor allem, er wird ruhiger… und ruhiger … und ruhiger. Ich muss keine Fehler korrigieren und ich muss ihn nicht mit Hilfsmitteln animieren, etwas zu tun. Ich sage ja, es ist schwer zu beschreiben. Man kann das nur fühlen, wie der Hund nach geraumer Zeit beginnt, weich zu werden, wie er die Berührungen annimmt, während man ganz ruhig fortfährt. 

Der Tisch ist deswegen so hilfreich, weil meine Haltung eine ganz andere ist, als wenn der Hund auf dem Boden ist. Ich kann ihm aufecht entgegentreten. Kein Herabschauen auf den am Boden, unter mir befindlichen Hund, kein Hinabbeugen über den Hund. Ich selbst kann anders atmen, ruhiger und tiefer, meine Präsenz verändert sich. Auch ein junger Hund oder Welpe bekommt so schlagartig vieles erleichtert. Der Impuls, an seinem Menschen hochspringen zu wollen, entfällt für ihn. Zugleich begrenzt der Tisch den Raum, der Hund rennt oder springt schon von daher nicht um uns herum, während er etwas lernen soll. Man muss sich folglich nicht mit mehreren potentiellen Störfeldern befassen, sondenr kann sich auf das Wesentliche konzentrieren.

Zirkusdompteure haben schon von je her Podeste verwendet. Jenseits von Dressurakten lässt sich das vortrefflich nutzen und auch wenn der Rio kein toller Vorführhund ist, wird vielleicht gerade deshalb umso deutlicher, worum es mir hier geht.

Noch immer sind wir in einem Bereich, in dem Futter bei uns keine Rolle spielt, so wie im gesamten Aufbau einer Bindung und sozialen Beziehung zwischen beiden Lebewesen. Wo und wann ich beim Guten Bubi auf Leckerli und Spielzeuge zurückgreife, davon berichte ich ein anderes Mal.

weiter zu Teil 2
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