The Bonfire of the vanities

Da haben wir (Abbildung ähnlich) das abhanden gekommene Stück, das mich vorübergehend eine Improvisationslösung beim Zusammenbau meines neuen Crossers ergreifen ließ. Nicht, dass es der Ring wäre, der verschwunden ist, denn der ist nie mehr aufgetaucht.

Hand aufs Herz, da muss doch der Kater dahinterstecken, so etwas übersieht man nicht, wenn’s mal runterfällt. Und schaut er, der Kater, nicht verdächtig aus?

Nun dürfen sich die Gäste ein paar Schritte weiter ins Freie begeben, Empella gucken.

So sieht er aus, der angehende Schneekönig des Winters 2012/2013, der mich allerdings fortan auch wohlbehalten über die urbanen, schienen- und schlaglochverseuchten Wege geleiten soll. So einen Crosser fährt man mit etwas breiteren, profilierten Reifen und weniger Luftdruck als ein Rennrad. Die feinen Erschütterungen schluckt er, die größeren mildert er deutlich ab.

Die Geometrie entspricht ansonsten sehr der eines Rennrads. Die Sitzposition ist etwas komfortabler, das Oberrohr ist an der Unterseite abgeflacht, damit man es beim Schultern bequemer tragen kann. So ein Crossrad ist der perfekte Kompromiss. Schnell auf der Straße und auch auf längeren Strecken; robust und unverwüstlich, wenn es holprig zur Sache geht.  Das ist das Rad, für das ich mich entscheiden würde, hätte ich nur ein einziges Rad. Man kauft sich einen zweiten Laufradsatz und wechselt einfach, je nach Vorhaben, binnen einer Minute die Räder, fährt dann entweder Rennradreifen oder Crossreifen.

Ich habe das Rad erst einmal zusammengebaut, damit ich mich an seinem Anblick erfreuen kann. Die Schaltbremshebel werde ich noch austauschen gegen ältere, die aber sauberer und präziser schalten. Derzeit harren sie noch der Reinigung, anschließend werden sie neu gefettet. Hauptsache, es geht farbig zu, Hauptsache Flitter und Glimmer. Ob die Komponenten alle einer Serie entspringen, interessiert mich weniger.

Austauschen werde ich wohl auch die Bremsen noch. Die von mir zunächst montierten, originalen Empella Frogglegs waren nicht brauchbar einzustellen und führten zu einem bösen Gabelstottern (ein bekanntes Canti-Bremsen-Problem). Mit den moderneren Tektro-Bremsen konnte ich das durch einen entsprechenden Anneigwinkel der Bremsschuhe beheben. Doch man kann es drehen und wenden wie man will, an die Bremsleistung von V-Brakes kommen die Cantis nicht heran. Sie verzögern das Rad, die Mini-V hingegen bringt beide Räder mit Leichtigkeit zum Blockieren. (In Verbindung mit Campa-Bremshebeln ist die Dosierbarkeit auch deutlich besser als mit Shimano-STIs, das hängt mit unterschiedlichen Seilzugweg zusammen, wie mir scheint.) In Crossrennen ist das nicht wichtig bzw. nicht erwünscht, das ist einer der Gründe, warum die Profis diese Bremsen noch fahren. Ein anderer Grund ist, dass man Cantileverbremsen mit größerem Abstand zur Felge montieren kann und es im dicksten Matsch dann weniger schleift. Ansonsten ist das Hauptargument: Hatten wir schon immer am Crosser. Gehört sich so. Wie sieht das denn aus?

Nun noch ein paar Bilder, dann schließt der createur de velo Kreuzbube die Werkstore:

Empella Bonfire SL

Empella Bonfire SL

Empella Bonfire SL

PS:

Das hier wollte ich noch zeigen. Der Rahmen ist am Steuerrohr und am Tretlager verstärkt. Das ist nicht filigran, aber stabil.

PPS: Hatte ich schon erwähnt, dass es auch Rennradprofis gibt, die beim berüchtigten Straßenrennen Paris-Roubaix wegen des Kopfsteinpflasteranteils und des Schlamms mit Crossrädern (Colnago Prestige) antreten?

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