„Rennradfahren war mir zu spießig“

… meinte unlängst in einer Mountainbikezeitschrift die siebenfache deutsche Meisterin im downhill, Antje Kramer, auf die Frage, wie sie zum Mountainbike gekommen sei.

Zu spießig. So so. Selbstredend ist mir das erst einmal sauer aufgestoßen. Spießig ist man ja selbst nie. Dann stellte sich Neugier ein und ich habe über den Tellerrand gelinst, und was ich da gesehen habe, ist schlichtweg…

… sensationell. Atemberaubend. Unglaublich. Mit dem Rad durch das Steinerne Meer, eine Landschaft, die so bizarr ist, dass man kaum glauben mag, dass sie hierzulande existiert. Ein irrsinniges Unterfangen. Welchen Superlativ soll man da anlegen?

 ==> S E A  O F  R O C K <==

mtbAngefixt. Sofort habe ich zwei Sachen vor Augen, die ich dieses Jahr angehen möchte. Spektakulär wie vor der Kulisse bei Berchtesgaden wird es nicht, aber auch ohne Watzmann und Königsee sollte da was gehen. Nun habe ich kein gutes Mountainbike und, unter uns, es sieht auch scheiße aus. Aber ich möchte zunächst nur aus Neugier und zur Abwechslung mal bei dieser Funsportart junger Menschen in noch geländigerem Gelände als ich es bisher gewohnt bin, mitmachen.

Zuvor jedoch muss über das „Dekor“ des Herstellers wenigstens ein anständiger Lack drüber, dann könnte eventuell der Popskurrilist….  Mal schauen, was ihm und mir da einfällt…

diamant crosser…und schwups ist der Zweiradtraktor auch schon komplett zerlegt und in Arbeit. Währenddessen und einstweilen und genau gesagt: morgen früh, hole ich mir meine Meriten als Matsch- und Schneepflug mit dem Querfeldeinrad inmitten eines Feldes von Mountainbikern ab. Die Meter, die ich auf den singletrails und steinigen Abfahrten inmitten von Ginsterbüschen und sonstigem Gesträuch verliere, hole ich auf den ebenen Abschnitten wieder rein. Wenn nicht, ist’s auch wurscht.

Damit ihr eine Ahnung vom vergnüglichen Ablauf bekommt, in Stichworten:

CTF für Mountainbike+++stop+++wahlweise 21 – 36 – 46 – 66 km+++stop+++Startzeit von 10.00 – 11.00 Uhr+++stop+++Buffet ab 8:30 Uhr…

Hinterher sitze ich verdreckt, nach einer Dusche im modernen Sanitärtrakt (!), mit ’ner Fettbemme in der Hand im Vereinsheim, wo der Sportsfreund Peter Wifling vom ESV Bitterfeld, wie immer echt nur mit Zipfelmütze diesmal ohne Zipfelmütze (!), in gewohnt gut gelaunter Manier sich und als Nebeneffekt auch uns unterhält.

Auf dass es unterwegs nicht zwickt und zwackt. Dann geht’s später im Jahr auf zwei Rädern durch die Bobbahn.

***

edit: Nachzutragen ist, dass es heute zwickt und zwackt, nachdem ich einen veritablen Crash hingelegt habe.

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12 Antworten zu „Rennradfahren war mir zu spießig“

  1. kreuzbube schreibt:

    Mt welchen Tricks manche arbeiten, um die Frau an den Herd zu bekommen… Aber sie hält sehr schön die Balance auf der freien Rolle, das muss man ihr lassen. Ohne Duschvorleger.

  2. fritz_ schreibt:

    Man muss kein Utilitarist sein, um einem ganz anderen Kunststück zu applaudieren:
    www. nrk.no/sport/lager-omelett-pa-sykkelruller-1.10914635
    Kann man auch als Beitrag zur Genderdiskussion lesen *pauschal schäm*.

  3. kreuzbube schreibt:

    Jörg, ich wollte es erst kaum glauben, als ich die Aufnahmen sah. Heute morgen dann, unterwegs zur Goitzsche, im Radio Worte aus einem Buch eines ungarischen Autoren. „Das Leben lässt sich nicht in Dauer messen.“ Oder so ähnlich.

    Ich habe anschließend im Kleinen nachgelegt. Mit Elan über die Piste und mit Elan in die Absperrung. Man stelle sich ein langgezogenes „S“ vor. Der eine Bogen eine Abfahrt, dann eine Brücke über einen Wasserarm, dann den anderen Bogen wieder hinauf. Den Abfahrtsschwung wollte ich mitnehmen, um möglichst ungebremst den Anstieg zu erstürmen. Die Brücke war allerdings mit Holzbohlen belegt und die waren nass. Das Vorderrad schmiert weg, eine Hundertstelsekunde habe ich das Gefühl, ich stabilisiere das Rad wieder, dann stürze ich endgültig. Voll auf die linke Seite. Ich rutsche in das Brückengeländer, spüre, wie der Helm irgendwo dagegen knallt. Ist aber nichts Schlimmes passiert, ein paar Prellungen und Abschürfungen. Hinterher war ich zornig und habe die letzten 15 km mit genug Adrenalin im Blut abgespult, dass es kaum weh getan hat.

    (Dann habe ich mir überlegt, wie oft die Beiden im Video wohl gefallen sein müssen, bevor sie so fahren konnten.)

    Leute, fahrt nicht ohne Helm!

    • ritzelconnection schreibt:

      Gute Besserung! Ich hingegen hing am Sonntag faul in den Seilen. Tiefenentspannt. Und was die jungen Menschen und ihr abgründiges Treiben angeht: Cirque du Soleil gastiert vom 18.-22. Sept. wieder in Leipzig…

      • kreuzbube schreibt:

        Besten Dank! Es geht so halbwegs. Unterwegs merkt man ja erst einmal wenig, da gilt die Sorge dem Rad, das wird kurz begutachtet und dann fährt man weiter. Unter der Dusche im Sportpark hab ich dann gesehen, dass ich wohl doch ganz ordentlich hingeknallt bin. Beim nächsten Mal schaue ich mir vorher keine Videos an und fahre wieder so, dass ich hinterher die Nudelsuppe in Dorns Rosenstübel genießen kann.

        Es gab gestern kleinere Streckenänderungen, die Neues entdecken ließen, das muss ich noch hochladen. Bizarr sage ich nur, da gab es wohl EU-Fördermittel.

      • Rebekka. schreibt:

        Danke für den CdS-Veranstaltungs-Hinweis!

  4. carodame schreibt:

    Der Award gebührt eher denen, die einen Duschvorleger brauchen, weil sie mit Glätte körperlich nicht umgehen können. Diese Jungs schaffen noch viel mehr. Davon hat die Menschheit zu wenige. Der genetische Flaschenhals zwingt uns an den Abgrund. Darwin hatte so oder so Recht 😉

  5. justbiking schreibt:

    Boah, das sind Bilder!
    Da gibt es Leute, die sind irgendwann mal aus der Duschkabine gestiegen und dabei ausgerutscht. Aus diesem Unfall klug geworden, haben sie sich dann sofort eine Antirutschmatte besorgt und vor die Duschkabine gelegt. Nur damit das nicht nochmal passiert, nur um dieser Gefahr von vornherein auszuweichen.
    Und dann gibt es Leute, die auf schmalen Graten, neben hundert Meter tiefen Abgründen, über Felsbrocken mit dem Fahrrad fahren. Ob die einen Duschvorleger zu Hause haben?
    Während die Einen ihren menschlichen Verstand benutzen, sollte man diesen toughen Jungs schon mal für den Darwin-Award vormerken, welche jährlich den Menschen vergeben wird, die sich erfolgreich aus dem Genpool der Menschheit verabschiedet haben. Dieser Preis wird postum vergeben, versteht sich.

    • ritzelconnection schreibt:

      Darwin Award… da fällt mir mal wieder der mit den Russen ein… wo der Hund den Sprengstoff apportiert… 🙂 🙂 🙂

  6. carodame schreibt:

    Allein zu Haus. Ich kann immerhin schon wieder auf den Heuboden steigen. Dort den Bogen spannen, mit ’nem Fahrrad reden oder am Rädchen drehen für ein paar Einstellngen…Der Kreuzbube ist ohne meine Hilfe unterwegs 😉

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