Bergankunft

fichtelbergLiebe Zuschauerinnen und Zuschauer, wir melden uns aus unserem Kommentatorenhäuschen von  der Zielankunft der heutigen Etappe, dem Fichtelberg, der mit 1215 Metern höchsten Erhebung des Erzgebirges auf deutscher Seite. Das Fahrerfeld bedindet sich noch ein ganzes Stück weit von den entscheidenden Passagen entfernt und das gibt uns Zeit, uns einmal in dieser herrlichen Landschaft im Grenzgebiet zwischen Deutschland und Böhmen umzusehen.

fichtelberg_11Der Fichtelberg, nicht zu verwechseln mit dem in Nordosten Bayerns gelegenen Fichtelgebirge, ist wie schon erwähnt die höchste Erhebung im Erzgebirge. Bei klarem Wetter hat man von hier einen herrlichen Rundumblick weit nach Sachsen und Tschechien. Östlich schließt sich das Elbsandsteingebirge an, das ja noch Schauplatz einer der kommenden Etappen sein wird. In nördlicher Richtung liegt etwa 50 km entfernt Schloss Augustusburg, hoch oben auf einem erloschenen Vulkan. Baubeginn der Augustusburg war 1568 und dazu gibt es eine schöne Anekdote. Der Legende nach soll seinerzeit nämlich die Schlosslinde verkehrt herum, mit den Wurzeln nach oben eingepflanzt worden sein. Weltweit einmalig wäre die „Länderschaukel Erzgebirge“, eine ganz moderne Seilbahn, die ab 2015 die beiden höchsten Gipfel des Gebirges verbindet soll, den Klinovec auf tschechischer Seite und eben den Fichtelberg, auf dem wir heute stehen.   Kulinarisch mag man es im Erzgebirge deftig. Bekannt ist das „Neunerlei“, das traditionelle Weihnachtsgericht der Erzgebirger, und die „Griene Kließ mit Schwamme“. Dabei handelt es sich um Klöße, die mit Meerrettich zubereitet werden und zu denen man ein Pilzgulasch reicht. 

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Das Erzgebirge heißt im Tschechischen Kruzne hory, was soviel wie „beschwerliches Gebirge“ bedeutet. Diesem Namen, Rudi, macht es wohl alle Ehre und man kann hier, so meine ich, durchaus von einer interessanten und anspruchsvollen Streckenführung sprechen.

Ja, in der Tat ist das eine anspruchsvolle Etappe, die ich heute morgen noch einmal abgefahren habe. Es geht nicht einmal sonderlich steil los, dann kommen zwei Berge der 3. und 2. Kategorie, anschließend kann man recht gut rollen, bis es dann richtig in den Berg hinein geht. Hinten raus heißt es natürlich beißen, da wartet wenige Kilometer vor dem Ziel der Scharfrichter, eine steile Rampe mit 16 %, oder waren es gar 18? Das wird den Fahrern, die ja bis dahin schon eine ganze Etappe in den Beinen haben, richtig weh tun.

Was meinst Du, wie wird sich unsere Leipziger Hoffnung, die carodame, heute behaupten? Ihr liegen ja wohl von Hause aus eher die flacheren Etappen, auf denen sie ausdauernd und mit großen Übersetzungen Tempo fahren kann.

Das wird heute richtig schwer für sie. Wichtig wird für sie ein, sich möglichst im Feld zu behaupten und nicht zu viel Zeit auf die Führungsgruppe zu verlieren. Wenn Du da abreißen lassen musst und die letzten 20 km bergauf auch mental auf Dich alleine gestellt bist, dann kannst Du da richtig Zeit verlieren.

Rudi, Du als ehemals Aktiver, als einer unserer erfolgreichsten Radsportler, was würdest Du ihr empfehlen?

fichtelberg_1Ja, gut, eine Möglichkeit ist natürlich, in der Führungsgruppe zu bleiben und schon gleich mit Tempo hinein zu fahren in den Berg. Dann müssen Ausreißer schon eine gewaltige Schippe drauflegen, um sich abzusetzen. Aber das ist natürlich ein zweischneidiges Schwert. Wenn dann doch so ein Bergfloh anzieht und Du fährst die ganze Zeit schon am Limit, dann hast Du nichts mehr zuzusetzen. Aber ich denke, die carodame, die ist ein ganz patentes Mädel, die ist erfahren genug und wird sich nicht so leicht nervös machen lassen. Sie wird sich schon richtig entscheiden. Ich mache mir da gar keine Sorgen, dass sie zu viel Boden verliert oder gar aus der Karenzzeit herausfällt. 

Ich sehe gerade auf meinem Monitor, dass das Feld sich langsam den letzten 25, 30 Kilometern nähert und damit auch dem Punkt, ab dem es nur noch bergauf gehen wird. Rudi, wenn Du den Streckenverlauf so siehst und das Tempo, das dort heute gefahren wird, wie bewertest Du das im Vergleich zu Deinen aktiven Zeiten?

Das ist natürlich unglaublich, was die Sportler heute leisten. Ich meine, die fahren Zeiten, da liegt die Durchschnittsgeschwindigkeit um 6, 8, gar 10 km/h höher als bei uns damals. Andererseits muss man natürlich berücksichtigen, dass sie ein ganz anderes Material zur Verfügung haben. Die Laufräder, die Bremsen, die Schaltungen, bei denen man heute bei elektronischen Schaltwerken und elf Ritzeln angelangt ist, das ist natürlich etwas ganz anderes als das, was wir früher zur Verfügung hatten. Als ich damals anfing, da herrschte noch Mangelwirtschaft, da hatten wir gar keine Ritzel.  Aber ich will die Leistung der Sportler gar nicht schmälern. Man muss ja auch mal sehen, dass wir damals anders als heute nicht auf jedem Kilometer von den Fernsehkameras begleitet wurden. Da waren lange Passagen, auf denen wir für uns gefahren sind und da haben wir dann auch mal gebummelt. Sobald wir wussten, dass nun das Fernsehen auf uns drauf ist, haben wir denen halt was geboten, haha…

Gut Rudi, kommen wir mal zum Renngeschehen zurück, es geht nun langsam in die entscheidende Phase. Schau mal, das ist auch ein interessanter Aspekt, hast Du die unterschiedlichen Trittfrequenzen gesehen, die hier von der carodame und ihrer direkten Konkurrentin gefahren werden?

Das ist natürlich die Diskussion, die seit den Duellen von Jan Ullrich mit Lance Armstrong immer wieder mal aufkommt. Wir haben das damals ja noch so gelernt: Knie ans Oberrohr und drücken. Der Ulle, der konnte ja ausdauernd enorme Wattzahlen drücken, der war richtig schnell, das hat oft gar nicht so ausgesehen, aber da kam keiner mit. Außer dem Lance, der ja sogar am Berg nie weniger als 90 Umdrehungen getreten hat. Ich wollte das gar nicht glauben, als ich das das erste Mal gesehen hat. So kann man doch nicht fahren, dachte ich mir. Später haben sie sich dann alle daran orientiert. Man sieht die Veränderung auch an den Übersetzungen. Der Marco Pantani hat mal gesagt, wer ein 23er Ritzel braucht, der ist kein Bergfahrer. Heute fährt ein Contador bestimmte Etappen beim Giro mit einem 30er Ritzel. Die Carodame… huch, haben wir die jetzt verpasst?

fichtelberg_12Ja, Rudi, wir haben uns da wohl ein wenig vergaloppiert. Die Teilnehmer sind mittlerweile alle im Ziel. Lass uns mal sehen, ob wir ein Interview von ihr bekommen. Ja, liebe Zuschauer, so kann’s mitunter gehen, das ist live, hier bei kreuzbubensport. Verpassen Sie nicht die Zusammenfassung am Abend, da bekommen Sie noch einmal alles, was sie soeben verpasst haben, mit allen Höhepunkten aufbereitet. 

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Nun höre ich gerade, wir können noch ein paar Worte mit carodame wechseln.

Also carodame, Hand aufs Herz, war es so schwer wie es vorher schien?

Huch, ich bin schon oben?

Der Scharfrichter mit seinen 16 % etwa vier Kilometer vor dem Ziel, der war ja wohl noch einmal eine richtig schwere Prüfung. Ist Deine Renntaktik bis dahin aufgegangen? Was wir von den Kollegen hören, wir selbst hatten leider gegen Ende ein kleines technisches Problem, bist Du über diesen Abschnitt ja recht gut hinweg gekommen.

Ich habe nett zu meinen tapferen Beinen gesprochen, mich an der überaus schönen Landschaft erfreut… und mich nach oben geschraubt.

Ein Ausblick noch in die Zukunft: Hat Dir das heute Aufschlüsse für die kommenden schweren Alpenetappen gegeben?

Immer die Ruhe bewahren. Auf den Trainer hören. Dem Mechaniker vertrauen.

Ganz kurz noch, der Rudi hat noch eine letzte Frage. Er würde gerne wissen, wie Du es schaffst nach diesen Strapazen noch so gut auszusehen?

Drei Feigen in der Trikottasche. Gut eingeteilt. Lippenstift vorm letzten Anstieg.

Vielen Dank und viel Erfolg bei Deinen kommenden Aufgaben.

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35 Antworten zu Bergankunft

  1. fritz_ schreibt:

    Ich habe heute auf dem Arbeitsweg mal nachgemessen mit Senkblei und Abakus.
    Es sind bei mir auf die Woche 775 Höhenmeter. Hehe, immerhin! 🙂 Ich schwitz dann immer wie Pavarotti.
    Jetzt lasse ich gerade den Spacer am Lenker rausoperieren, weil ich den Eindruck hatte, dass man mit relativ hohem Lenker (am MTB) einen Teil der eingesetzten Kraft gar nicht recht auf die Pedale kriegt.
    (So, jetzt ist’s aber genug mit den themenfremden Einträgen.)

    • kreuzbube schreibt:

      Aber dann nicht den Lenker verbiegen vor lauter Kraft…

      Bevor man endgültig operiert kann man es auch so machen: Abdeckkappe des Ahead-Vorbaus abschrauben. Vorbau abmachen. Spacer rausnehmen. Vorbau wieder drauf machen. Spacer darüber setzen. Abdeckkappe wieder drauf.

      Dann kann man ausprobieren, ob das wirklich die richtige Sitzposition gibt und es lässt sich wieder rückgängig machen. Über dem Vorbau ist zwar ein etwas unschöner Knubbel, aber Ist der Gabelschaft erst einmal gekürzt, gibt’s kein Zurück mehr.

      • fritz_ schreibt:

        So ist es auch gedacht für den Anfang.
        „vor lauter Kraft“. Ha ha, im Gegenteil. Wenn man als Papiertiger mit seiner Pauer haushalten muss, spürt man womöglich besser, wo es hakt.

  2. carodame schreibt:

    Da hat der aber ganz schön gebummelt 🙂

  3. fritz_ schreibt:

    Der Fichtelberg-Arkona-Marathon hat das Motto, es in 24 Stunden zu schaffen.
    Obiger Bürger war hin und zurück unterwegs von Samstag 10 Uhr bis Montag 21 Uhr.
    – Was soll ich da sagen? Ich habe gerade begonnen, etwas konsequenter und damit öfter den Arbeitsweg zu pedalieren. Bei fünf Touren die Woche komme ich so auf 65 km und geschätzte 500 Höhenmeter im Flaniertempo. Leistungsgrenze! 🙂

  4. kreuzbube schreibt:

    fritz, ich bin ja gerne an der frischen Luft unterwegs und schaue mir was an. Wenn ich nun nach Kap Arkona wollte, warum sollte ich dann erst auf den Fichtelberg fahren? Ist die völlig falsche Richtung…

  5. carodame schreibt:

    Jaha, das ist so ein sensation seeker; nächstes Jahr hängt er noch den Großglockner dran oder kommt vom dauerndem Umkehren- und -von -vorn- anfangen nicht mehr los. Fällt irgendwann vom Rad…
    Nee, aber so´n Alpengnubbel, das wäre was… Einer reicht erst mal. Es geht schließlich um Gegend, die man erfährt und nicht um Selbstkasteiung. Da hab ich mich zu lieb ;))
    Und wie lange war der oben genannte Bürger unterwegs?

  6. fritz_ schreibt:

    Eine der nächsten Herausforderungen?
    Es gibt einen Radmarathon, der vom Fichtelberg zum Kap Arkona führt.
    (Klammer zwischen diesen beiden Orten ist eine geographische: der höchste Punkt der DDR weit im Süden und der nördlichste Punkt der DDR.)
    Ein 59jähriger hat heuer noch einen drauf gesetzt: nach einer Stunde Pause drehte er um und fuhr wieder zurück zum Fichtelberg, insgesamt 1240 km. Unterwegs gab es dann bei Potsdam drei Stunden Schlaf im Begleitauto.
    Am Ziel sagte er: „Ich weiß jetzt, warum kein Marathon dieser Länge auf dem Berg endet. Das habe ich unterschätzt.“ Und der Arsch tat ihm weh.

  7. ritzelconnection schreibt:

    …oder bei den Langweiler-Etappen: Bockwurst 😉

  8. donferrando schreibt:

    Bergwertungstarte sollte es heißen!

  9. donferrando schreibt:

    Ja, Mont Ventoux hatte ich gesehen.
    Dieses Jahr wird es nichts, da wir in der Toskana sind und ich dort für einen Freund den wedding-planer spiele.

    Carodame, Sie könnten ja vielleicht Motto-Kuchen backen. Regional nach der Etappe, oder maillot jaune Torte, oder Berwertungstarte etc !

  10. kreuzbube schreibt:

    @don ferrando: Am Samstag geht’s wieder los. Nach Jahren des mäßigen Interesses werde ich die hundertste, die Jubiläumstour wieder intensiver verfolgen, so wie ich dieses Jahr zumindest abends auch in die Zusammenfassung des Giro hineingeschaut habe. Es verspricht, keine Langweilertour zu werden wie im vergangenen Jahr, als Team Sky wie vom Reißbrett geplant und mit sturem Blick auf die elektronisch er- und übermittelten Werte fuhr.

    In den kommenden Wochen, so haben wir uns am Wochenende überlegt, gibt es in der casa kreuzbube gemeinsames Tour-Gucken. Immer Freitag nachmittags bei Kaffee und Kuchen und mit dem Monitor unterm Sonnenschirm.

    • donferrando schreibt:

      Hört sich gut an.
      Meine Liebste will schon immer mal die Etappe vom 14.Juli vor Ort ansehen.Mit pique-nique und allem was dazugehört.
      Auch noch ein Plan auf der Agenda für die kommenden Jahre.

      • kreuzbube schreibt:

        Am Nationalfeiertag geht’s dieses Jahr auf den Mont Ventoux. Beneidenswert, dort zu picknicken. Wind und Sonnenschutz nicht vergessen.

    • carodame schreibt:

      Das läuft auf Hochleistungsbacken hinaus, ja??

  11. carodame schreibt:

    Danke für die Blumen. Die echten und die virtuellen. Auf einer Woge der Begeisterung…
    Im Ziel erfolgte die euphorische Begrüßung durch die Sprecherin: “ Und wieder eine Frau im Ziel. Geschminkt und gut gelaunt.“ Es lief besser als dachte. Die letzten steilen Kilometer konnte ich beinahe genießen, den Abgestiegenen Trost zurufen und all den derzeit von Unbill Geplagten, den Unfitten und Unfrohen widmen.
    Bergauf geht immer wieder!
    Ach ja: Wo war fritz??

    • fritz_ schreibt:

      Fritz war in einem Gartenlokal, zehn Meter von der Straße, ungefähr auf halber Strecke. Ich hab auch fast immer hingeguckt in Richtung der Sportler!

      • kreuzbube schreibt:

        Das war wohl die Kneipe, wo unterwegs ein paar Fahrer abbogen Richtung Biergarten…?

        Über die Klöße kann ich nicht meckern und auch die Pilze waren lecker. Brühe war laut Speisekarte nicht versprochen. Alles in allem: dort lässt es sich aushalten. Nur mit dem Rad, da müsste ich ja jeden Tag nur bergauf-bergab fahren, mangels Ebene… Am Ende käme ich gar ins Schwitzen!

  12. mark793 schreibt:

    Danke für die wie immer hochkompetente Berichterstattung (dafür zahlt man doch gern Gebühren) und ein Riesenkompliment an die aktive Teilnehmerin!

    • kreuzbube schreibt:

      mark793: Ich glaube, ich habe mir absolut nichts von dem gemerkt, was die Tour-Reporter damals über Land und Leute so erzählt haben. Aber die Stimmung gefiel mir.

      @don ferrando: Wenn es ein Trost ist, ich habe keine gute Erinnerung an das Bonanzarad. alleine schon die lange, steile Kellertrepppe, die ich damit rauf und runter musste, es war doch so schwer… Ich weiß auch gar nicht, was daraus wurde, ebenso wenig, welches Schicksal mein erstes Rennrad erlitten hat.

      • donferrando schreibt:

        Danke für die tröstlichen Worte zum Bonanzafahrrad.

        Was die TdF Bericherstattung angeht, habe ich sie genau aus den von Ihnen beschreibenen Gründen gerne geguckt!

  13. kreuzbube schreibt:

    Ich auch, ich auch! Mit dem Bonanzarad. Damit war freihändiges Fahren unmöglich … wie ich hinterher wusste.

  14. prieditis schreibt:

    Ich weiß es noch wie gestern, als ich die Tour sah und der Sieger die Arme in den Himmel reckte.
    Dann bin ich zum Kindergarten gefahren und dachte 50 m vor dem Ziel:
    „So!“
    Und dann hab ich die Arme in den Himmel und danach auf den Boden und danach an die Knie und die Ellbogen und …

  15. prieditis schreibt:

    Herrlisch, die Reportaːʒə, die macht Jürjen Emisch (Jürgen Emig, Anm. d. Verf.) verjessen!
    Gratulation der carodame!
    War wohl anscheinend kein „Sonntag in der Hölle“ ;o)

  16. fritz_ schreibt:

    Diese blöden Formatierbefehle! Es sollte heißen: Der Wessi natürlich.

  17. fritz_ schreibt:

    „Ich bin schon oben?“, haha, sehr schön. Reschpekt, Carodame, und Glückwunsch zur Gipfelfahrt. Daumen hoch für diese Leistung!
    Und, Kreuzbube, großartige Reportage. Ich finde es immer interessant, wenn du von irgendwelchen Ritzelgrößen sprichst, da hat der Laie gleich wieder etwas zum Nachdenken.
    Schwer beeindruckend finde ich, dass du die Bekanntmachung erzgebirgischer Eigenheiten unternimmst, dich mithin dem Zwecke der Völkerverständigung widmest und dich um die kulturelle Förderung von Randgruppen verdient machst. 😉

    Das Gericht, das du da erwähnst, soviel Ordnung muss sein ;-), heißt übrigens Griene Kließ un Schwammebrie. Meerrettich würde ich darin nicht vermuten, aber es gibt selbstredend verschiedene Rezepte. Bedeutsam ist zum Beispiel die Frage, ob Weißbrotwürfel in die Klöße dürfen oder nicht.

    Die genannte Skischaukel ist eine nette Idee, die es meines Wissens nur in den kühnsten Phantasien einiger Träumer gibt, ein Ingenieurbüro hat sich da wohl besonders ins Zeug gelegt, bisher ohne relevante politische Unterstützung. Eine Kabinenseilbahn, an die vier Kilometer, mit vier Pfeilern von Bergspitze Deutschland zu Bergspitze Tschechien, wer soll das bezahlen? Der Wessi natürlich. Es sei denn, man verarscht die EU und verkauft es als den ganz großen deutsch-tschechischen Knaller, was es auch wäre, vergleichbar mit der berühmten Rolltreppe ins Nichts. Ich will nicht ausschließen, dass es nicht doch irgendwann dazu kommt, der Jadeweserport wurde schließlich auch gebaut und der Citytunnel Leipzig und der Flughafen Altenburg wider alle Vernunft totsubventioniert, bis der letzte Betrüger vom Hof war, usw. usf.

    (Als Vergleich: neulich hatte man vor, die 90-jährige Seilbahn Oberwiesenthal-Fichtelberg, die seit Jahren nur mit Ausnahmegenehmigung lief, durch einen Neubau zu ersetzen. Als man alles noch mal durchgerechnet hatte, wurde dann doch lieber die alte Bahn renoviert, die ihr sicherlich auf dem Berg gesehen habt.)

    • kreuzbube schreibt:

      Als der justbiking und ich als Kommentatorenduo das mit dem Auto hoch gefahren sind, da haben wir uns auch gedacht: hoppla, hier ist ja Landschaft. Die Übertragungen von Radsportrundfahrten liefen im Weste genau so ab: Über Stunden haben die Kommentatoren über den Stein und Strauch etwas zu erzählen gehabt. Das hat man als Zuschauer zwar im Nu wieder vergessen, aber das war Sommer: Tour de France, bunte Trikots, bunte Räder, bunte Werbekaravane. Helikopter-flap-flap-flap und Dauerreportage.

      Meine Klöße und meine Pilze, die ich auf dem Fichtelberg verspeiste, wurde ohne jede Brühe serviert! Vom Meerrettich allerdings auch keine Spur.

      Du meinst, ich bin bei der Länderschaukel einer Fehlinformation aufgesessen und die gibt’s noch gar nicht? Aber da stand eine Tafel: „Die Länderschaukel Erzgebirge ist weltweit…“ Mal nachsehen… Potzblitz! Es stimmt! Das ist nur ein Projekt, das sie 2015 realisieren wollen, zu realisieren versuchen, also irgendwann vielleicht einmal… Sie haben aber schon alle relevanten termini untergebracht: Banken, Investoren, EU-Mittel:

      http://www.laenderschaukel.eu/Projekt

      Ich werde das sofort korrigieren.

      • fritz_ schreibt:

        Eigentlich ärgerlich, wenn eine Gaststätte einfache lokale Gerichte feilbietet und sich dann keine Mühe gibt. Fehlt bloß noch, dass sie dir Champignons aufgetischt haben und Faule-Weiber-Klöße (ich mag es mir gar nicht vorstellen).
        Zum Ausgleich ist das Haus ein teurer Spaß. Da nehm‘ ich mir doch lieber die Bemmbichs mit!

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