Von der Natur der Dinge

Die beiden hier begrüße ich im November eines jeden Jahres. Ob ich früh oder spät dran bin, für ein stilles Zwiegespräch muss Zeit sein.

kumpels

Sie erzählen mir dann von der nie enden wollenden Plackerei, vom Staub und vom Dreck und vom Schmutz, der Zeugnis ihrer Anstrengungen ist. Wohin ich denn wolle, denn so sei man doch normalerweise nicht gekleidet, ob ich irgendwo Frühschicht habe am Sonntag, wollen sie wissen. Dass ich mich nun auch abplacken werden, dass ich hinterher voller Staub und Dreck und Schmutz sein werde, das räume ich nur ganz kleinlaut ein. Denn ich muss ja nicht, ich muss ja nicht raus aus meiner Komfortzone. Ich will ja, und zwar hinein in meine Komfortzone.  Meine beiden Kumpels stecken die Köpfe zusammen, aber so recht verstehen tun sie das nicht.

waterproofAber für mich ist das so. Es ist wie jedes Jahr neblig und kühl, vier Grad über Null, aber das macht nichts, zieht man sich eben entsprechend an und bewegt sich anders, als man das im Sommer tun würde. Wie jedes Jahr werden Hinweisschilder von irgendeinem Zeitgenossen, der das spaßig findet, entfernt oder in die falsche Richtung gedreht, wie jedes Jahr muss ich aufpassen, dass ich in der 60 Quadratkilometer weiten Wildnis nicht verloren gehe. Aber wie jedes Jahr habe ich ein diebisches Vergnügen daran, mich einem Slalomläufer gleich auf schmalen singetrails an kleinen, erst noch werdenden Bäumchen vorbeizuschlängeln, sie mit der Schulter beiseite zu drücken, ohne einzufädeln auf dem Rad zu balancieren, mit zunehmender Dauer mehr Sicherheit zu gewinnen und schneller zu werden; mit dem geschulterten Rad den steilen Anstieg hinauf zu laufen während ich gleichzeitig versuche, den Atem wenigstens ansatzweise zu kontrollieren; anschließend zu rätseln, wie ich nun den mindestens 30 % steilen, schlammzerfurchten Abhang hinunter komme, ohne seitlich in die Ginsterbüsche hinunter zu kippen. Wie jedes Jahr überkommt mich phasenweise eine gewisse, gar nicht unangenehme Melancholie beim Anblick der vergänglichen und vergangenen Überreste menschlichen Strebens und der Installationen und Kunstwerke, die dies aufgreifen.

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Vergessen wir mal den Bitterfelder Bogen, erinnern wir uns lieber an die rostigen Blechmänner, denn denen ist diese weitere Installation im schier endlosen Terrain um den Großen Goitzschesee wesensmäßig viel näher. Da hat der Mensch Ansiedlungen gebaut, hat diese Ansiedlungen später wieder zerstört, hat dann Gedenksteine an seine Ansiedlungungen und deren Zerstörung aufgestellt und es gehört nicht viel dazu sich vorzustellen, dass die Natur auch von diesem Gedenken nicht viel übrig lassen wird; nicht, wenn man sieht, wie die Wildnis alles wieder in Besitz nimmt und zurückerobert, was dort einst als Bresche in sie geschlagen wurde.

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Da kann man sich in der diesigen Novemberatmosphäre so richtig schön ausmalen, wie die Menschlein dereinst nur eine von unzähligen ausgestorbenen Spezies gewesen sein werden, die von anderen ausgestorbenen Spezies nur unterscheidet, dass sie sich selbst für wichtig und unverzichtbar gehalten hat.

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verpflegungspunktDoch solche Gedanken vergehen schnell, viel Zeit zum Innehalten nehme ich mir ohnehin nicht, zweieinhalb Stunden lang mache ich ordentlich Dampf, als hätten meine beiden Kumpels oben mich mit Kohle befeuert. Nach zehn Minuten bin ich auf Betriebstemperatur und der Vortrieb setzt auch an den beiden Verpflegungspunkten kaum aus, an denen ich diesmal die Maschine kaum bändigen mag.  Später, nach dem Spaziergang mit dem Guten Bubi und einem Bad, werden die Knie ein wenig weich sein, aber wer stört sich daran, wer denkt in diesem Moment daran, wenn die Stollen des Reifens mit aller Macht durch den Morast getrieben werden, Grip finden, durchkommen statt mitsamt dem Reiter zu versumpfen?

Auf dem Sofa dann, wenn außer den weichen Knien auch die Unterarme und die Schultern ein feedback geben, dass sie am Ausflug des Vormittags beteiligt waren, da rundet beim Tee ein Band mit Erzählungen eines italienischen Autors den Sonntagnachmittag ab, aber davon erzähle ich beim nächsten Mal, noch rechtzeitig, damit ihr die Liste für den weihnachtlichen Gabentisch erweitern könnt.

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39 Antworten zu Von der Natur der Dinge

  1. kreuzbube schreibt:

    Die Kamera findet nur vor, was schon da ist. Ohne den, der die beiden Skulpturen geschaffen hat, gäbe es nichts zu sehen. Von daher habe ich es leicht gehabt.

  2. randonneurdidier schreibt:

    ein klasse Foto. Chapeau

  3. kreuzbube schreibt:

    @don ferrando: Man sollte neben dem Italiener ohnehin einen Belgier beherbergen…
    Hier noch einmal die neulich erwähnten Campa-Schalthebel:

    Campa Ergopower 9-fach

    • donferrando schreibt:

      Der Belgier war so schnell weg, wie er aufgetaucht war. Den hat sich jemand kurzentschlossener geschnappt.

      • kreuzbube schreibt:

        …schlossener

        Gesucht und damit gekauft wird nach Markenname. Der Belgier ist Synonym für Cyclocross. Er muss nicht zwingend besser sein als alle Konkurrenten, aber man weiß, dass man nichts verkehrt machen kann. (Die gleichen Rahmen made in Taiwan mit anderer Lackierung hat der US-Hersteller Salsa angeboten.)

  4. kreuzbube schreibt:

    Die Kurbel am Colnago Crosser habe ich selbst kompakt gemacht. Daran sind Kettenblätter mit 48 und 38 Zähnen (kleiner als 38 geht nicht beim Lochkreis 130. Bei LK 110 ist 33 das untere Ende der Fahnenstange) montiert. Die Kompaktkurbeln (LK 110), die man standardmäßig kaufen kann, haben fast immer 50 und 34 Zähne. Mir ist der Sprung aber zu groß, ein 48er Kettenblatt reicht allemal aus. Sonst muss man immer so viel auf rechten Seite gegenschalten, wenn man die Kettenblätter wechselt.

    Auf jeden Fall erschließt es neue, schöne Wege. Hilfreich ist es auch abends. Wenn ich derzeit am Abend unterwegs bin, greife ich fast immer zu den breiten Reifen, Mal sehe ich im Dunkeln ein Schlagloch erst im letzten Moment -oder zu spät- , mal ist es eine Straßenbahnschiene oder eine Bordsteinkante, die so deutlich abgemildert werden.

  5. donferrando schreibt:

    Ah, das wäre eine Option für mein Furioso. Kompaktkurbel und Breitreifen. So aufgebrezelt könnte ich die schönen Wege in den Amperauen bei mir durchstreifen.

    • mark793 schreibt:

      Kompaktkurbel ist grundsätzlich schon mal keine dumme Idee, und für breitere Reifen bietet sich ein zweiter Laufradsatz mit einigermaßen gleicher Nabenbreite/Kassette an. Fertig bereifte Laufräder sind schnell gewechselt. Je nach Terrain jedesmal andere Reifen aufzuziehen, das tut man sich doch nicht an ohne Not.

  6. kreuzbube schreibt:

    @mark793, ein Crosser hätte Dich wunderbar unseren Concours des Corbeaux bestreiten lassen. Mit dem Rennrad hingegen hätte Dich schon bei Kilometer 2 der Besenwagen einsammeln müssen – oder Du hättest mit dem geschulterten Rad hinterher laufen dürfen… 😉 Es ist halt so: Der Crosser kann alles, was das Rennrad kann – aber noch einiges mehr.

    Werter don ferrando, ich könnte mich sogar darauf vorbereiten,das gute Stück abzugeben, so wie ich das grundsätzlich immer kann, wenn jemand an etwas wirklich eine große Freude hat. Indes, der Colnago Crosser, von dem es laut wikipedia angeblich nur zwei weitere bekannte Exemplare gibt, war ein Geschenk wie auch die Lackierung, und somit bin ich untröstlich, ich werde weiterhin die juristischen Karten bedeckt halten.

    Übrigens: Der Colnago Crosser ist ein Colnago Rennrad, an das einfach Sockel für die Bremsen angelötet wurden. Colnago hat damals keine Crosser gebaut, sondern nur auf einzelnen Wunsch von Radprofis denen einen hingestellt. (Spätere „Colnago“-Crosser stammten dann von Alan, lange Zeit DER Hersteller von Querfeldeinrädern) Ansonsten gab es auch die Variante Rennrad mit normalen Felgenbremsen und breiten Reifen, irgendwo habe ich noch ein Foto von Eddy Merckx, das ihn so im Wald zeigt. Auch Don Camillo fuhr so etwas, denn damals brauchte keiner ein Rad, mit dem man nur auf Asphalt fahren kann.

    • donferrando schreibt:

      Nun, ich denke mal, wenn ich mit meinem Furioso ausgestattet mit Kompaktkurbel und 25er Reifen den Concours gefahren wäre, dächte ich gar nicht sosehr an den Laubfrosch.
      Es war einfach die schöne Erfahrung der Apeltour in angenehmster Compagnie, die ich jetzt mit dem Drahtesel verbinde.

    • mark793 schreibt:

      Auch auf die Gefahr hin, etwas borniert rüberzukommen: Dieses „einiges mehr“ ist nicht der entscheidende Mehrwert, wenn es genau das ist, wovon ich lieber weniger habe – nämlich Matsch und Gehoppel. Überspitzt gesagt: Wo mich die 25er Marathons nicht hinbringen, habe ich auch nichts verloren. Um auch mal Wald- oder Feldwege, eine Schotterpassage oder auch eine Strecke Kopfsteinpflaster zu bewältigen, reicht diese Bereifung völlig aus. Für Monsieur Mercier, dessen Gabel, Hinterbau und Bremsen den nötigen Freiraum bieten, könnte ich sogar einen Zweit-Laufradsatz mit den von Dir gespendeten 30er-Reifen bestücken. Ich meine, wenn das nicht gereicht hätte, um Eure Völkerschlacht-Runde mitzufahren, dann wär das auch eher nix für mich gewesen. Oder eben mit Leihrad. Aber extra ein eigenes Rad vorzuhalten für Nutzungsoptionen, die ich eher weniger als mehr suche, leuchtet mir nach wie vor nicht so recht ein. Im Zweifelsfall würde ich meinen Fuhrpark eher um ein richtiges MTB ergänzen, das ich mangels richtiger Berge in der Gegend aber auch nicht sonderlich dringend brauche.

      • kreuzbube schreibt:

        Und die Nutzungsoptionen des extra Zweit- und Dritt, vielleicht Viertrennrades sind…? 😉

        30mm hätten locker gereicht. Deswegen sind ja klassische Stahlrenner so praktisch, denn die waren ja auch die klassischen Stahlcrosser. s.o.

      • mark793 schreibt:

        Die Frage hat allgemein gesprochen durchaus Ihre Berechtigung, aber in meinem Fall haben die drei Rennräder tatsächlich unterschiedliche Nutzungsschwerpunkte: Der Franzose als Allrounder trägt die Hauptlast der Kilometerleistung (durchaus auch bei Alltagsbesorgungen), die Rakete ist reserviert für Kompetitiveres und Klettereien, und der amphibische Olm kommt bei widrigeren Wetter- und Straßenverhältnissen zum Einsatz. Zum entspannteren Gondeln steht überdies das Damenrad mit Flatbar und Bärentatzenpedale zur Verfügung, einen Zweit-LRS, den ich bei Bedarf mit den Crossreifen bestücken könnte, habe ich auch da. Ich mein, wenn der für Eure Tour gereicht hätte, dann spricht für Cantis oder V-Brakes mit etwas mehr Platz für Dreck zwischen Bremsklotz und Felgenflanke wirklich nur die erklärte Absicht, Matschbäder zu nehmen. Da sage ich weiterhin thanks, but no thanks.

        Es gibt aber Zeitgenossen, die durchaus noch eine eklatante Lücke in meinem Fahrradfuhrpark sehen, solange da nirgendwo Ernesto draufsteht. 😉

  7. mark793 schreibt:

    Im Moment läufts ja zumindest, so wie es ist, und wenn das Innenlager irgendwann nicht mehr taugt, kann ich mir immer noch überlegen, ob ich so viel Aufwand treiben möchte. Tendenziell neige ich eher in Richtung „nein“. Ein möglicher Plan B zeichnet sich ja ab, und was Deinen Dauerbrenner Crosser angeht: Rein kopfmäßig ist mir ja schon ewig klar, dass sowas den Fuhrpark durchaus abrunden könnte. Allein, es kommt von Herzen so gar kein „haben will“-Impuls, und wenn ich mich frage, wo brächte mich so ein Rad hin, wo die anderen nicht hinkommen, dann wird mir wieder erschreckend bewusst, dass ich da auch gar nicht möchte. 😉

    • don ferrando schreibt:

      Werter Mark793, so einen Crosser bin ich mal einen ganzen Tag lang gefahren und war so begeistert, daß ich ihn sogar auf der Stelle kaufte.
      Allein, die Verkäuferin war falsus procurator und so blieb es beim schwebend unwirksamen Verpflichtungsgeschäft und das Eigentum wurde mir nicht verschafft!
      Haben tät ich ihn aber immer noch wollen.

  8. kreuzbube schreibt:

    Welche Schale war das jetzt noch gleich? Die rechte? Dann einfach drin lassen, neues Lager von links rein und gut ist’s. Oder aber, daran könnte man denken, wenn die Schale partout raus soll, mit nem Dremel einen Schlitz reinschneiden. Dann kann man die die nun entstandenden Brocken rausholen.

    Wenn man mit einem Hebel arbeitet, muss das eigentliche Werkzeug natürlich abrutschsicher auf der Lagerschale sitzen, sonst nützt die ganze Kraft nichts. Von justbiking habe ich mir mal abgeguckt, das Werkzeug auf die Welle des Innenlagers festzuschrauben mit einer großen, große Karosseriescheibe auf dem Werkzeug. Dann minimal drehen, Schraube lockern, wieder minimal drehen, dann wieder Schraube lockern usw. Das kommt aber aber die Art der Lagerschale an, wenn es eine ist, die man mit einem Flachschlüssel drehen muss, geht das nicht.

    Fazit: Ich selbst würde die Lagerschale wohl drin lassen und von links ein neues Lager reinschieben.

    • mark793 schreibt:

      Wenn das nicht zufällig dann die Seite ist, auf der ich das Kurbelgewinde ruiniert habe. Wie auch immer, ich würde, wenn das ansteht, auch die Option nicht vorschnell verwerfen, den ganzen Sch**ß zu Klump zu treten. 😉

      Natürlich hatte der Kollege das Werkzeug mit dem Vierkant verschraubt, damit da nichts eiert oder abrutscht, hatte ich selber bei meinem Versuch ja auch so praktiziert (dass das eine gute Idee sein könnte, lehrte mich vor Monaten das ausgeliehene Shimano-Werkzeug, das zu diesem Zweck sogar schon eine Schraube dran hat).

      Hab ich erwähnt, dass ich die STI-Umrüstung von Monsieur Mercier immer noch vor mir herschiebe?

      • kreuzbube schreibt:

        Hehe, „zum Klump treten“, solche Anwallungen kann ich verstehen… Zum Glück ist der Verlust ja sehr beschränkt. Alle Teile lassen sich weiterverwenden und Du könntest bei der Gelegenheit sogar eine so sinnvolle Entscheidung wie den Erwerb eines Crossrahmens treffen… 😉

        Die Lösung Deines Problems wäre, die Schale mit ’nem Dremel aufzuschneiden und die dann losen Brocken herauszuholen. Wenn das Gewinde am Rahmen kaputt ist, lässt sich auch das lösen. Es gibt sogenannte Reparaturlager. Die funktionieren so: Sie werden nicht mit dem (ja beschädigten) Gewinde des Rahmens verschraubt, sondern das Lager hat selbst ein Gewinde. Die zweite Lagerschale wird auf das Gewinde des Reparaturlagers geschraubt. Beide Teile ziehen sich dadurch zusammen und pressen sich durch den von innen wirkenden Zug fest auf den Rahmen. Auf diese Weise kann man auch einen Rahmen mit zerstörten Gewinden noch fahren. Warte mal, wo habe ich zuletzt eins gesehen, hier.

        (Ich habe aber noch keine eigene Erfahrung damit gemacht, weiß nur, dass es das gibt)

        Die STIs… Im Flachen drängt das nicht so. Als ich bei der Historica mal wieder Rahmenschalthebel gefahren habe, war das auf den Flachstrecken völlig okay. Aber den Kopfsteinpflaster-Berg hinauf zum Rotweinkontrollpunkt, da habe ich mir gedacht, dass ich das nicht mehr brauche, da unten am Rahmen nach dem Gang herumzurühren.

  9. don ferrando schreibt:

    @m793
    Ich kann das Teil ja mal in sein Heimatland mitnehmen.
    Die meccanici dort kennen vielleicht einen Trick.

    • kreuzbube schreibt:

      Wenn schon ein Hebel von einem ganzen Meter Länge nicht hilft, wird es mit dem tricksen wohl eng. So viel dürfte eine Lagerschale einem solch langen Rohr und der damit verbundenen Krafteinwirkung doch nicht entgegen zu setzen haben. Bislang habe ich mit 40, 50 Zentimeter Rohrverlängerung jede Schale in Drehung versetzt. Ich hoffe, die Drehrichtung hat gestimmt, denn auch italienische Rahmen (oder italienisch gelabelte Rahmen) haben zum Teil BSA-Gewinde. Aber wenn auf der Lagerschale Pfeile mit Rotationsrichtung sind…

      • donferrando schreibt:

        Bei meinem VW Käfer hat immer auch erhitzen mit der Lötlampe geholfen.
        Aber das entfällt hier ja wegen der Lackierung.

      • mark793 schreibt:

        Mit der Lackierung ist es da unten rund um die Lagerschalen eh nicht mehr weit her, aber der Hinderungsgrund, es so weit zu treiben, ist eher mentaler Natur. Ich mache daraus nicht so eine persönliche Sache, nach Motto „Du oder ich“.

  10. donferrando schreibt:

    Sind das die Alu Bremsschalthebel, von denen Du oben schreibst?http://img811.imageshack.us/img811/7508/d36b.jpg

    • kreuzbube schreibt:

      Ob’s genau die Gleichen sind, kann ich Dir nicht sagen. Das Foto ist recht klein und bei meinen ist auch keine Typenbeschriftung (mehr) dran. Es dürfte sich aber um die gleiche Baureihe handeln. Der große Bremshebel aus Alu, der kleinere Schalthebel aus Alu.

      Campa Schaltbremshebel kann man übrigens recht gut reparieren. An einem ist mir eine kleine Feder gebrochen, die konnte ich von Campa für 2,50 EUR als Ersatzteil kaufen. Der Einbau ist mir recht gut gelungen. Einen einmal zerlegten Shimano-Ultegra Hebel hingegen habe ich kurzerhand in allen Einzelteilen in einen Plastikbeutel geschmissen. Da liegen sie noch immer. Welch eine Fehlkonstruktion. Doppelt so viel Teile und man braucht wahrscheinlich Gummis und eine dritte Hand, um sie wieder zusammen zu bekommen. Zumindest einem Laien wie mir mit überschaubarer Geduld gelingt das nicht…

      @fritz: Andererseits konnte man hier im Sommer dem Hochwasser auch dadurch Herr werden, dass man Wassermassen aus dem Elsterflutbecken in den ehemaligen Tagebau und heutigen See Zwenkau eingeleitet hat. Aber ich räume ein, das geht nicht beliebig oft. Dennoch, warm wollen wir es alle haben. Also woher nehmen die Wärme?

      • mark793 schreibt:

        Hatte mal irgendwo von einem Anbieter gelesen, der defekte STIs repariert. Soll aber kein ganz billiges Vergnügen sein. Ich selber habe für Mechanik, die mit Federn arbeitet, so gar kein Händchen, und wahrscheinlich würde ich auch einen Campa-Hebel frustriert in die Ecke pfeffern.

        Ach ja, der Schrauber meines Vertrauens hat beim Versuch, die eine Lagerschale vom Olmo zu lösen (an der ich mich neulich auch schon mal versucht hatte) das zu diesem Behuf mit mehr als 1 m Rohr verlängerte Spezialwerkzeug gekillt. Mit Rahmen im Schraubstock eingespannt hats auch nicht funktioniert, aber zumindest wissen wir jetzt, dass da eine Lagerpatrone verbaut ist. Somit dürfte es theoretisch nicht an Schmierung fehlen. Fahr ich das Ding halt so lange man treten kann ohne sich einen abzubrechen, und was wir dann machen, wenn das nicht mehr geht, darüber zerbreche ich mir dann den Kopf…

      • carodame schreibt:

        @fritz: Wir wohnen in unmittelbarer Nachbarschaft und sind vom schwerfällig abfließenden Oberflächenwasser betroffen, Keller haben wir keinen und vielleicht unterspült´s Grundwasser mal das Haus … Die Geschichte der Energiegewinnung in den Hochzeiten der Kohle(allein die Jahrzehnte der Ofenheizung) hat diese üblen Geschwüre in den Tieflandsbuchten hinterlassen. Ich kann mich noch sehr gut an die grauenvollen Gegenden um Leipzig erinnern. Erträglich war das nur mir einem Dacia im Dunkeln, ohne Licht und Klaus Schulze in voller Lautstärke mittendurch… Der jetzige „renaturierte“ Zustand ist mehr als ein bloßer Freizeitbonus, wie eine schicke Tennis – oder Golfanlage, sondern bringt dieser gebeutelten Region ein bessere Lebensqualität. Leute, denen vielleicht der Keller vollläuft( meinst Du eigentlich Fuß- Rad- oder Autostunden? 😉 ), fahren mit der Familie an diese Seen vor der Haustür, verbringen ihren Urlaub dort, da Fernreisen, sei es auch „nur“ an die Ostsee nicht erschwinglich sind, für alle, oder genießen dort einfach freie Stunden…
        …oder brechen sich die Knochen… 😉
        Oder fliegen nach Neuseeland.
        Mein allererstes, frühstücksbrettgroßes Handy habe ich auf einem Kohleflöz verloren.

  11. cut schreibt:

    Wenn der Hund wartet, warte ich auch. Tolles Rad! Und eine interessantere Geschichte, als ein „echtes“ C.

    • kreuzbube schreibt:

      Ich habe Räder, die passen mir besser und andere, die fühlen sich irgendwie nicht ganz so an, wie ich mir das wünsche. Das hier passt, fast so perfekt wie das Colnago Tecnos. Nun könnte ich die beiden genannten Rahmen und alle verwendeten Teile mal vermessen, dann wüsste ich besser, was es ausmacht und ich könnte beim nächsten Mal noch gezielter kaufen… Aber ich will ja gar nichts mehr kaufen, falls nichts kaputt geht. Dieses Jahr war’s schon nur eins, und 2014 hoffentlich gar keins.

      Der Diamant-Crosser braucht eigentlich noch eine andere Gabel. Die war beim Rahmen nicht dabei. Weil ich eine 1 Zoll-Ahead-Gabel brauche, ist das gar nicht so leicht. Eine schwere Stahlgabel mit Bremssockeln aus dem Trekkingbereich will ich nicht einbauen und Alu auch nicht, weil das möglicherweise bockiger wird. Nun ist eine 1-Zoll Carbongabel erbaut, die ich noch aufgetrieben habe. Fährt sich gut, ist mir aber optisch eigentlich zu breit. Vielleicht läuft mir ja irgendwann zufällig eine schöne Stahlgabel oder eine aus Titan über den Weg, wir werden sehen. Wenn nicht, bleibt es halt ein auf Funktion ausgerichtetes Bastelprojekt, ein handliches Rad fürs grobe Terrain.

      Übrigens, Campa-Ergopower aus Zeiten, als die Hebel noch aus Alu statt aus Plastik und Carbon gefertigt wurden, sind klasse. Sehr knackig und sehr präzise. 9-fach Ergopower schalten 9-fach Shimano-Kassetten ganz problemlos. Die Abstände zwischen den Ritzeln bei Campa und Shimano unterscheiden sich bei 9-fach nur um 0,2 mm. Eine so geringe Differenz hat jedes Schaltwerk schon als Spiel. deswegen geht das.

  12. cut schreibt:

    Ein Titanio als Crosser? Ist das eins von diesen Colnagos aus Titan? Das Rad zur Pedale? Nobel, nobel! 😉

    • kreuzbube schreibt:

      Ja und nein. Der Rahmen ist mit Diamant (Belgien) gelabelt. Dürfte aber von Colnago sein. Colnago hat Diamant mit Rahmen beliefert, es gibt Stahlrahmen, die haben sogar unter dem Tretlager und an Muffen das Colnago-Kleeblatt ausgeschnitten bzw. eingeprägt. (Fotos kann ich nachliefern) Der Rahmen hier hat bei der Lackierung die gleichen typischen Linierungen erhalten wie bestimmte Colnago-Rahmen, das sieht man z.B. beim Mädchenrad. Ich glaube nicht, dass die bei Diamant damals eigens Schablonen dafür angefertigt haben. Wahrscheinlich haben sie den Rahmen bei Colnago lackiert, das „Colnago“ weggelassen und dafür kam dann halt Diamant an diese Stelle.

      Die Lackierung mit Colnago-Label (nicht meins):

      Mein Diamant, mit kurzzeitiger Straßenausrüstung:

      Zum Titan könnte ich noch ein bisschen was sagen, aber der Hund wartet, daher ist dafür gerade keine Zeit. Später. Aber nein, das hier ist nicht das Rad zu den Pedalen. An diesem Crosser hier sind Reste verbaut. Z.B. alte Campagnolo-Ergopower mit alter Shimano-Kassette und ganz altem XT-MTB-Schaltwerk.

  13. prieditis schreibt:

    Die Batterien befinden sich in einem Kasten neben der Laterne.
    Die werden aber bestimmt oft geklaut, die Batterien. Wenn die Spitzbuben erwischt werden, kommen sie ins Gefängnis. Dort können sie dann mit dem Rad Batterien aufladen…
    So wird der Direktor nicht arbeitslos.

  14. kreuzbube schreibt:

    Man muss sich halt entscheiden, was man will. Kohle, Gas, Öl? Vor Ort oder aus der Ferne? Alles jeweils mit seinen Begleiterscheinungen und Folgen. Das ist wie beim Strom auch, alles hat seinen Preis und einen davon muss man bezahlen.

  15. kreuzbube schreibt:

    Terra Nova Speedway, das klingt vielversprechend. Den würde ich an Deiner Stelle auch aufsuchen. Wir könnten uns wahrscheinlich gegenseitig die Blogs mit Tagebaubildern zupflastern bis die Leser beginnen aufzustöhnen… zufällig hätte ich da noch einen ganzen Schwung auf Lager…

    Gestern wurde das Ganze garniert durch eine militärischen Sperrzone und nachdem, wie erwähnt, Richtungspfeile abhanden gekommen waren, haben dann Soldaten hilfreich den Weg durch Schilf und einen Bach gewiesen… Das alles gemixt mit der Landschaftskunst, über die man unvermittelt stolpert, hat auf mich einen großen Reiz. Wir drehen alle die Heizung auf und wollen es warm haben, in vielen Regionen des Landes werden die Menschen aber nicht damit konfrontiert, wie das tatsächlich bewerkstelligt wird.

    • mark793 schreibt:

      Das stimmt, ein paar Windräder in der Landschaft liefern nicht annähernd so massive Impulse zum Nachdenken über Energiefragen wie der Tagebau. Und so schade es um die abgebaggerten Dörfer auch ist, was die Rekultivierung landschaftlich so alles bewerkstelligt hat, ist auch nicht völlig schlecht, etwa vom Faktor Freizeitwert her gesehen. Und will ich statt der RWE, die hier immerhin paar Tausend Arbeitsplätze schafft, lieber irgendwelche Oligarchen in lupenreinen Demokratien oder Ölscheichs reich machen?

      Das sind so die Dinge, die unweigerlich durch den Kopf gehen, wenn man da rumpedaliert.

      • fritz_ schreibt:

        Nach Ende des Bergbaus, da der Grundwasserspiegel nicht mehr künstlich reguliert wird, aber natürlich durch die völlig veränderte Geographie nicht annähernd mit dem Zustand vor Beginn des Bergbaus zu vergleichen ist, haben in der Tieflandsbucht Leute plötzlich absaufende Keller, Leute, die Stunden vom nächsten Tagebau entfernt wohnen. Das ist unreparierbar und kann schwerlich aufgewogen werden durch gestiegenen Freizeitwert in der Großstadt in Neuseenland. Schwieriges Pflaster.

  16. mark793 schreibt:

    Wie sich das hieben und drieben (abgesehen von meinem völlig unterentwickelten Drang zum Durchpflügen von Dreck und Matsch) ähnelt: Am Samstag stand ich auch mal wieder vor Schautafeln und Gedenksteinen (ehemalige Ortslage Fortuna), blickte auf die Wiedenfelder Höhe, fragte mich, wo die Erft und die B 477 vor der dramatischen Umgestaltung der gesamten Landschaft verlaufen sein mögen. Und ich ärgerte mich mal wieder über die Pickups des hiesigen Energieriesen, deren Fahrer zum Teil einen Fahrstil pflegen als seien sie hier die Besatzungsmacht oder was. Nächstes Mal, wenn ich wieder in Gegend bin, will ich mal den kreuzungsfreien Terra-Nova-Speedway befahren, dort lief früher die Bandanlage, die den Abraum aus dem Hambach-Tagebau zur Verfüllung des Restlochs bei Bergheim transportierte.

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