Frosty the snowman was a jolly happy soul

Oli: Kannste ’nen Kuchen für die CTF backen? 
kreuzbube: Klar kann ich ’nen Kuchen für die CTF backen.

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icepress_startnummer_014Der Hallzig Express meint es gut mit uns und erspart uns das schnöde Rollen auf dem grauen Asphalt. Mitten im nun endlich herbei geschneiten Winter, dann, wenn sonst keiner will, setzt uns der aus einer Handvoll Leute aus Halle und Leipzig hervorgegangene und nun einige Hände mehr zählende Verein eine CTF in die Schneelandschaft. Weil der kreuzbube nicht vom Staate Nimm ist, wirkt er diesmal nicht nur als Fahrer, sondern zudem als Helfer mit. In Sommer und Herbst vom Engagement der anderen verwöhnt, schenkt der kreuzbube dem Ruf Gehör und betätigt sich selbst am Ofen. Denn bei den Veranstaltungen der Hallziger ist das Buffet immer erste Sahne, da wird keiner mit Keksbruch abgespeist, da wird ordentlich aufgetischt. Diesmal auch von mir. Wenn das kein Grund ist, sich bei erfrischenden Temperaturen von etwa -8°C aufzuraffen! Auf geht’s, wir sehen uns Samstag um elf beim Eisexpress, mit dem Crosser oder dem MTB, bringen den Ostpol zum Schmelzen.

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Freitag: Die Zelte stehen, der Kuchen ist gebacken. Leipzig grüßt frostglitzernd bei -9°C. Nach dem ersten Auslauf mit dem Guten Bubi scharren wir mit den Hufen vor dem Aufgalopp mit der Wilden Horde. Ein Dilemma hingegen die Materialwahl. Semislicks oder grobe Stollen? Spikes? Oder gar das Mountainbike statt dem schnittigeren Crosser? Die Entscheidung fällt in letzter Minute.

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icepress_12Samstag: Verwachst, würde man beim nordischen Skisport sagen. Entgegen allen Gepflogenheit hat der kreuzbube heute morgen das mit Spikesreifen bestückte Mountainbike vom Haken genommen. kreuzbube als Sicherheitsspieler, bah. Schon während der ersten Runde wurde schnell klar, das Mountainbike und ich, wir werden keine dicken Kumpels mehr. Dieses Rumgejuckel auf dem Sattel statt ordentlich verkeilt zwischen Pedalen und Lenker im Rad zu sitzen! Und was man da an Kraft verpulvert. Das hätte es heute nicht gebraucht, wie sich sofort bestätigte, als mir carodame nach vollzogener Verausgabung ihr Ridley überlassen hatte.

icepress_3Der heutige, nach offizieller, präsidialer Mitteilung 18 km lange und bis zu vier Mal zu fahrende Rundkurs, ließ sich mit dem Querfeldeinrad gut bewältigen. Auf der flachen Strecke, die keine technischen Abschnitte mit Hindernissen in den Weg stellte, hieß es vor allem treten, treten, treten. Das war passend zum Wetter gut gewählt, denn bei Temperaturen nahe dem zweistelligen Minusbereich kurbelten wir über gefrorenen, teils vereisten Boden, der mit mal dünner, mal dickerer Schneeschicht bedeckt war. Steile Abfahrten über Schotter oder ähnliche Querfeldeinvergnügungen muss man da nicht unbedingt haben. Über Wirtschaftswege gelangten wir in den Tresenwald Richtung Machern, wo es sich auf Waldautobahnen abschnittsweise auch mal ordentlich Gas geben ließ.

icepress_4Ackern durften wir dann auf dem Acker. An der Parthe entlang wurde uns ein Weg jenseits jeden Weges parallel zum Flussufer beschert – auf einem Reitgeläuf, wo unlängst das eine oder andere Pferd Spaß am Galoppieren hatte. Dieser Abschnitt wurde von der Streckenkommission wohl mit Bedacht gewählt. Dort ist der kreuzbube nämlich zwischendrin mal abgesprungen, hat den Crosser geschultert und 100 Meter im Laufschritt gemeistert. Das ging schneller als das Fahren und siehe da, schon waren die Füße wieder wärmer. Wärmer. Nicht warm.

icepress_16Wenn man nicht gerade Schneemann ist, steht man an Tagen wie diesen nicht gerne herum. Das mal wieder opulente Buffet war fast zu reichhaltig ausgefallen. So viele Brote und Kekse und Kuchen und heiße Brühe und Würste wie aufgetafelt wurden, konnten die etwa 50 Teilnehmer gar nicht essen. Ob auch nur ein einziges Stück Apfel verspeist wurde? Ich, recht bald im heiß-und-fettig-Modus, hege Zweifel… Die anschließend angebotene Erbsensuppe („zwei Euro, ist aber mit Wurst für fünf“) wurde selbstredend gerne genommen, wie auch Tee und Kaffee und Glühwein und Kinderpunsch.

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Summe summarum hat alles gestimmt. Mitten im sonst veranstaltungslosen Januar hat der Hallzig Express einen Pflock in den Boden gerammt, an dem wir hoffentlich auch im kommenden Jahr festmachen können. Gerne will ich dann auch wieder einen Kuchen backen und das eine oder andere Zelt aufbauen helfen. Denn Außenstehenden ist gar nicht so recht bewusst, was an Planung und Anmeldung und Ausschreibung, Streckenauswahl und Organisation schon vor der eigentlichen Veranstaltung erledigt werden will, bis die Fahrer morgens all das geboten bekommen, was wie selbstverständlich zu so einer Sache dazugehört. 

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first_dogcredits: El Presidente Salamander Faxenschwamm für: siehe oben. mzjens (erneut) für die Beschilderung. Matscher und Schmali für den Zeltaufbau. Alle weiteren von mir namentlich nicht mit dem jeweiligen Kuchen in Zusammenhang zu bringenden Backverantwortlichen fürs Catering. Dem präsidialen First Dog für gute Laune.

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29 Antworten zu Frosty the snowman was a jolly happy soul

  1. kreuzbube schreibt:

    Tennis wäre auch mal wieder schön. Überhaupt bringt jeder Ball bis hin zum Federball mehr Spaß in die Bewegung. Leider will die Orthopädin mir so etwas vermiesen. Weshalb ich Radfahren muss, wobei das spielerische Element leider abgeht.

    • mark793 schreibt:

      Dem Bekannten, mit dem ich mich vor einer Weile verabredet hatte, um mal wieder ein paar Filzbälle übers Netz zu dreschen, hats der Arzt auch verboten. Hmpf. Dabei hätte das gut gepasst, weil der (wie ich auch) ewig nicht gespielt hatte. Den Leuten, die seit Jahr und Tag durchspielen, mag ich mich ja nicht zumuten, solange ich überhaupt mal wieder was treffen muss.

      • kreuzbube schreibt:

        Tja, der menschliche Körper, taugt wohl nicht viel. Jetzt, wo die Herrschaft der Maschinen über den Menschen ohnehin schon begonnen hat, wäre ich so einem Androidenkörper nicht abgeneigt. Abwaschbar, keimfrei, haltbar. Stattdessen zwickt’s hier und zwickt’s da und die Wartungs- und Reparaturkosten steigen auch. Ich will öffentlich nicht nähere Ausführungen machen, aber ich bekomme jetzt die Quittung für frühere sportliche Übungen. Man sollte die kids warnen. Wer (wie ich) ohnehin kein überdurchschnittliches Talent hat und somit keine Aussicht auf Ruhm und Reichtum, der sollte es beim Sport locker angehen. Sonst steht man irgendwann da wie der Boris Becker, nur ohne die Chance, mit der Fliegenklatsche auf dem Kopf schnell einen Batzen EUR zu verdienen.

  2. kreuzbube schreibt:

    @prieditis: Ich brenne vor Neugier! Die Videokassette habe ich eben gefunden. Es war aber gar nicht SAT1, da steht RTL drauf. Die Moderatorin, die das Filmchen frühmorgens präsentierte, ist immer noch bei RTL und hat sich dort die Tageszeiten entlang Richtung Abend gehandelt. Sie hat auch selbst mitgespielt, wir sind ja mit einem Mixed-Team angetreten. Das war lustig. Überhaupt waren wir im Grunde nur drei Leute oder so, die Fußball spielen konnten. Und ein TV-Redakteur bestand darauf, mit Hut zu spielen. Es schien ja die Sonne. Der sehr beleibte Chefredakteur einer Tageszeitung einer deutschen Großstadt war nach zwei Minuten schon völlig fertig, weigerte sich aber, sich auswechseln zu lassen. Die Mannschaft brauche ihn. Ohne Jux! Ein Sportartikelhersteller hat noch einen deutschen Nationalspieler eingeflogen nebst zwei Mitarbeitern, die sich um ihn kümmerten. Der sollte aber nur den Anstoß machen, als Aufhänger für eine kurze Story für RTL. Kurz, es sollte nur ein Spaß sein, was angesichts der Schlaf- und Trinkgewohnheiten der Medienschaffenden auch verständlich war. Aber immerhin haben wir vom Sportartikelhersteller einen ganzen Satz Trikots und Hosen und Stutzen geschenkt bekommen. Die Zyprioten hingegen nahmen das Ernst. Ein eingespieltes Team, das regelmäßig gegen andere Mannschaften antrat und sich auch nicht scheute, mal ne Frau wegzurempeln. Weil es gegen die Deutschen ging, haben sie vorsorglich noch einen zypriotischen Nationalspieler aus der 1. französischen Liga mitspielen lassen. Zur Halbzeit lagen wir 0:6 zurück. Bis dahin wollten wir auch den Frauen mal den Ball geben. In der zweiten Hälfte haben wir uns dann zu dritt oder viert die Lunge aus dem Leib gerannt und 1:1 gespielt.

    Halbzeitdialog:
    Kannste nicht auch mal ein Tor schießen?
    Klar kann ich auch mal ein Tor schießen.

    Gesagt, getan. Für das Gegentor war ich aber auch verantwortlich. Kurz bevor ich einen Krampf bekommen konnte, dachte ich mir: „Noch zwei Meter schaffste nicht. Jetzt oder nie: weggrätschen.“ War im Strafraum. Aber der ging mir sowieso auf den S*ack, der Nationalspieler von denen.

    Ein schönes Stadion hatten sie, mit tip-top Rasen.

    Von all dem gibt es im Kurzbeitrag nicht viel zu sehen, also habe ich das jetzt schon mal erklärt.

    Heute würde ich keine 90 Minuten mehr durchhalten.

    • prieditis schreibt:

      Fußball spiele ich höchstens noch einmal im Jahr, dann aber 2 Stunden.
      Danach habe ich in aller Regel 3 Tage später noch Erinnerungen daran ;o)

      Vorhin festgestellt, daß das VHS Abspielgerät nicht mehr funktioniert.

      • kreuzbube schreibt:

        2 Stunden? Mich hat das vor 15 Jahren schon geschafft. Das Spiel fand ja in einem schönen, großen Stadion statt und die Laufwege waren enorm. Heute wäre nur Kleinfeld was für mich. Und dann auf Stellungsspiel, Auge und Routine setzen… den Ball laufen lassen, denn er hat ja mehr Luft… 😉

        Ob auf dem Dachboden noch der Videorecorder steht? Mal nachschauen.

      • mark793 schreibt:

        Habe vor paar Jahren auf der Sprachfreizeit in England mit den Kids eine Weile mitgekickt. Boah, nee, was für eine Rennerei. Für mehr als Torwart bin ich da nicht zu gebrauchen.

        Habe aber den festen Vorsatz, dieses Jahr mal wieder das Tennisracket zu schwingen. Strengt zwar auch an, aber irgendwie ist Rennerei und Ruhe zwischen den Ballwechseln bisschen bekömmlicher verteilt, finde ich.

  3. kreuzbube schreibt:

    Ergänzung: Vor einem Jahr hatte ich über meine lobster gloves berichtet, über die ich bei seinerzeit -4, -5 °C nicht klagen konnte. Am Samstag hat einer der Teilnehmer an einer Stelle die Tiefsttemperatur mit -14 °C gemessen. Kalte Finger hatte ich nie. Beim Querfeldeinfahren arbeitet man aber ohnehin mehr mit Armen, Händen und Oberkörper als auf der Straße, das muss man berücksichtigen.

  4. kreuzbube schreibt:

    Hartplatzhelden, das waren wir. Die Beine gelb verschmiert vom Jod (das echte, gute, brennende), das wir uns flaschenweise über die aufgeschrammten Beine und Hinterteile gekippt haben. Da habe ich früh gelernt, schnell den Fuß auf dem gegnerischen Knöchel am Ball zu haben, um nicht so oft grätschen zu müssen. Die Bälle waren nur mit viel Phantasie als rund zu bezeichnen, hatten oft Ausbeulungen und wogen bei Regen 20 Kilo. Und das Kopfballpendel erst…

    Habe ich schon erzählt, dass ich mal mit einem sensationellen Tor (rechter oberer Winkel aus 20 Metern!) im SAT-1 Frühstücksfernsehen war?

    • prieditis schreibt:

      Nee, haben Sie nicht! Zeigen! Bitte.

      • kreuzbube schreibt:

        Falls ich die Videokassette (das war noch im alten Jahrtausend) wiederfinde und das konvertiert bekomme, gerne. Der Hintergrund: Ich habe mit einer deutschen Journalistenmannschaft auf Zypern gegen die zypriotische Journalistenmannschaft Fussball gespielt.

        Es ist aber möglich, dass ich das Band beim letzten Umzug verloren habe.

      • prieditis schreibt:

        Ah, dann warten wir, bis zum nächsten Treffen. Ich habe nämlich noch eine VHS mit einem Werbespot, in dem ich als Polizist verkleidet, im Rahmen einer Verfolgungsjagd auf Bonanza-Rädern…

  5. kreuzbube schreibt:

    Wieso? Wegen dem Fall dieses Straftäters, der einen anderen zusammengetreten hat und nun Nike verklagt? Weil sie ihn nicht gewarnt haben, dass das Treten mit Schuhen im Strafverfahren das Strafmaß erhöhen kann?

    • prieditis schreibt:

      Ja, so ähnlich hatte ich mir das gedacht.
      Aber wie ich Sie kenne, haben SIe bestimmt auch noch auf Asche gespielt (Hansaplast-Kampfbahn)! Im Regen! Mit handgenähtem Lederball!

  6. prieditis schreibt:

    Ja, lagen denn da nicht diese blauen Matten?!?
    Das kann doch nicht sein! Wo bleibt die EU mit ihren Verordnungen, wenn es mal vonnöten wäre…
    Es wird immer mehr an der Zeit, daß ICH ins EU-Parlament einziehe!

  7. prieditis schreibt:

    Tja, da haben die alten Säcke manchmal einen Wissensvorsprung ,o)

    • kreuzbube schreibt:

      Beim Crossrennen in Granschütz, das Teil einer ganzen Rennserie ist: Dort hatte sich im vergangenen Jahr ein Teilnehmer aus der Gruppe der Hobbysportler beim Veranstalter darüber beschwert, dass beim Querfeldeinrennen Hindernisse auf der Strecke waren. Er sei drüber gefallen und habe sich weh getan.

  8. kreuzbube schreibt:

    Bei dem einen tippe ich auf nen Jäger, wegen des Hundes hinten auf der Ladefläche. Der andere, der mir entgegen kam, hatte einen Hänger mit Brennholz im Schlepptau. Bei der CTF in Bitterfeld machen sich übrigens immer mal missgünstige Mitmenschen den Spass, die Pfeile zu entfernen oder umzudrehen, hat mir dort ein Mitwirkender mal erzählt. Da hat die Sprühkreide Vorteile, die hat keiner einfachmal so dabei, um Pfeile in die falsche Richtung zu zaubern. Aber wie gesagt, mit ein wenig Aufmerksamkeit war das gestern alles prima auf der richtigen Route zu fahren.

    Kein Pfeil der Welt half gestern übrigens der jungen Frau, die mit einem umgebauten Rennrad (mit flatbar) kam – auf 23 mm Rennradslicks. Ich frage mich ernsthaft, was sie wohl erwartet hat.

  9. mzjens schreibt:

    Es war für mich der Erstversuch mit Spühkreide umzugehen. Ich muß gestehen: Ich mag das zeug nicht! Bunte Fähnchen (Winkelemente) wären (glaube ich) besser gewesen.
    Da haben wir es wieder:
    Versuch macht kluch!
    Gruß

    • kreuzbube schreibt:

      Jens, es gibt keine Veranstaltung, bei der ich mich im Eifer des Gefechts nicht verfahre, da bin ich ganz groß drin. An Deinen Markierungen lag es also nicht. Aber ich denke auch, Richtungspfeile lassen sich besser wahrnehmen. Im Wald kam uns hier und da ein Auto entgegen und an ein paar Stellen war irgendwann nur noch ein Farbfleck im Schnee zu erkennen.

  10. mark793 schreibt:

    „Sich einbringen“ – der Ausdruck gehört für mich zum Hassvokabular, das erbärmlich nach Sozpäd-Slang und Kirchentags-Kumbayah-Klampfen stinkt. Aber ansonsten ist Eigen-Engagement bei so ener Veranstaltung natürlich in höchsten Tönen zu loben. Weitermachen!

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