A good heart these days is hard to find

Sundowner geht so: An einem beliebigen Wochentag begibt man sich nachmittags auf die Piste und beginnt, das geplante Tagespensum abzuspulen. Beim aktuellen Sonnenschein kreisen natürlich auch die sonstigen üblichen Verdächtigen in der Region. Man bimmelt unterwegs herum und findet kurzerhand auf einer Kneipenterrasse mit Seeblick zusammen. Die Sonne sinkt zwar schon tiefer, wärmt aber noch. Eine halbe Stunde später ist die Sonne runter geplumpst und es wird fröstelig; so sehr, dass der Wirt an noch vorhandenen Glühwein erinnert, der weg müsse. Zudem droht die Fahrt in die einbrechende Dunkelheit.  Nun aber hurtig, und hurtig heißt in diesem Fall, dass kreuzbube und die werten Mitfahrer rausholen, was zu diesem frühen Zeitpunkt im Jahr drin ist.

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Mit Vollgas rasen wir in den Sonnenuntergang, ohne einen Meter des Nachlassens, und die Pumpe pumpt auf vollen Touren.

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Kaum lässt man auch nur einen Tritt aus, schieben sich die gefräßigen Hintermänner mit Macht vorbei. Da heißt es in höchster Not mit aller Macht das dringend benötigte Hinterrad zu halten. Halten oder untergehen, dazwischen gibt’s nichts.

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Daheim kommt beim Abhusten zwar die Erkenntnis, dass es höchst unvernünftig war, das Herz derart galoppieren zu lassen, aber wir wollen mal nicht lügen: Geil ist’s schon.

So wären wir mal wieder beim Herzen. Seit vor ein paar Wochen ein Freund von mir einen leichten Herzinfarkt erlitten hat und ärztlicherseits das gemäßigte Fahren auf Rad und Ergometer empfohlen bekam, wollte ich das mal wieder aufgreifen. Allein, mir fehlten die Buntstifte. Zwischenzeitlich habe ich welche, aber bevor gleich mein sensationelles Diagramm kommt, gibt’s in kürzester Kürze ein paar einleitende Worte. Das Herz ist ist ein Muskel, unser wichtigster, und der schlafft im Laufe der Zeit ab, wie alle anderen Muskeln das auch tun. Da kann man trainieren und machen und tun, man verlangsamt den Abbau, aber umkehren lässt er sich nicht, da muss sich keiner was vormachen. So seht das dann aus, im Laufe des hoffentlich langen Lebens:

bpm

Kraftstrotzend und in der Blüte des Lebens stehend kann man richtig Vollgas geben, der rote Drehzahlbereich beginnt erst spät. Mit zunehmender Laufleistung ändert sich das, und zwar drastisch. Nichts mehr ist es mit dem 6-Zylinder, den man über 7000 Umdrehungen hinaus jagt. Nun tuckert der Diesel mit 2000 vor sich hin und wenn man das nicht wahr haben will und nicht aufpasst, dann läuft er irgendwann nur noch auf drei Töpfen. Der rote Bereich, in dem es bei Zusammentreffen von Risikofaktoren gefährlich werden kann, wird immer früher erreicht.

(Die -alles in allem durchaus gelungene- Zeichnung ist selbstverständlich schematisch und nicht auf den Herzschlag genau, das sieht man ja wohl auch. Zugrunde liegen Werte für einen 75 Kilo schweren Mann in trainiertem Zustand. Berechnungsmethoden zur Ermittlung der maximalen Herzfreqeuenz und der verschiedenen Herzfrequenzbereiche gibt es mehrere. Sie unterscheiden sich ein wenig und führen mal zu höheren, mal zu niedrigeren Werten. Die sich jeweils ergebende Entwicklung ist aber in ihren Wesenszügen die gleiche: Mit dem alten Sack geht’s bergab. Wer diese Werte nicht anhand eines Rechners, sondern ganz individuell für seine körperliche Konstitution ermitteln will, muss zum Arzt  gehen und eine Leistungsdiagnostik machen lassen)

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12 Antworten zu A good heart these days is hard to find

  1. cut schreibt:

    Mit dem alten Sack geht’s bergab. Hm. Da hilft wohl alles nix.

    • fritz_ schreibt:

      Muss ja bergab gehen. Nur so ist es möglich, irgendwann, am Ende, eines natürlichen Todes zu sterben. (Ich gebe ab zum Wetterbericht.)

    • kreuzbube schreibt:

      Zum Glück kann man schummeln. Mit anderen alte Säcken geht’s so viel schneller bergab, wenn die nach unten vorbei sausen, geht’s mit uns gefühlt bergauf.

      Ein wichtiger Hinweis für die jungen Leser:

      Celebrate youth.
      Those who have it (young ones).

  2. prieditis schreibt:

    Ziemlich exakt so, wie Jheronimus van Aken es beschrieben hat…
    Ich war ganz schön erschrocken und bin dann mal wesentlich langsamer gefahren.

  3. kreuzbube schreibt:

    Und wie sieht das dann aus … drüben?

  4. prieditis schreibt:

    Eh, also ehrlich! Ich hab ja jetzt auch so´n DIng.
    Das war ganz schön hart und anstrengend! Aber irgendwann lag der rote Bereich dann endlich hinter mir…

  5. Twobeers schreibt:

    Gott sei Dank habe ich keinen Pulsgurt….

    • kreuzbube schreibt:

      Meiner hat ne Macke. Wie jedes Jahr im März habe ich ihn mal wieder umgeschnallt, das Herzchen auf dem Display hat geblinkt und dann hat es meine Herzfrequenz mit einer konsequenten Null angezeigt. Da dachte ich mir, nun ist es eh egal…

  6. donferrando schreibt:

    Seit ich ein Moped habe, stehen die Räder in der Ecke und verstauben.
    Und beim Mopedfahren ist die Herzfrequenz immer im Ruhepuls von 130!

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