Jegliches hat seine Zeit, 2

Die Rote Armee war 50 Jahre lang da. Dann zog sie ab. Alle geltenden Gewissheiten waren widerlegt, was gestern war, hatte schlagartig keinen Bestand mehr. Denn alles was entsteht, ist werth daß es zu Grunde geht, sagt der Mephistopheles im Faust. 

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Man kann sich mit Macht festhalten an dem, was stets starken Halt zu bieten schien, an Dingen und Gewohnheiten und Gewissheiten, im nächsten Moment verliert man gerade deshalb den Halt. 

waldpol_5 Das Heute ist schlagartig gestern, bröselt und bröckelt vor sich hin, verliert sich in der Selbstauslöschung.

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Noch überspannen die Stahlträger und Betonrippen der Riesenbauten einen gigantischen Raum. Wie viele Jahrzehnte werden bis zum völligen Einsturz vergehen? Ob unsere Nachfahren Jahrhunderte später Gerippe und Gesteinsbrocken finden werden, deren ursprüngliche Form und Funktion sie zu enträtseln versuchen?

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Wer auch immer uns dereinst als Erforscher nachfolgen wird, von der dann primitiven Höhlenmalerei wird kaum noch ein Zeugnis sein. 

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5 Antworten zu Jegliches hat seine Zeit, 2

  1. kid37 schreibt:

    Tolle (Foto-)Location auch. Hier wird ja leider nichts stehengelassen für den eben auch pittoresken Verfall.

    • kreuzbube schreibt:

      1) 40 km von der Stadt entfernt.
      2) Ehemals russisch genutzte Liegenschaften warten gerne mal mit Kontaminationen auf.
      3) Abriss kostet Geld, und da es wegen 1) und vielleicht 2) nicht zur Eventlocation taugt, wird da wohl weder das eine noch das andere passieren. Aber ich habe mich nicht näher damit beschäftigt, vielleicht werde ich irgendwann eines Besseren belehrt.

  2. prieditis schreibt:

    Ach, auch dort sind die Bilder kaputt, interessant…
    Das Schlimmste allerdings ist, das die Vaganten immer zuerst die Fenster zerstören… *seufz

    Ein sehr schöner, morbider Ort.

    • kreuzbube schreibt:

      Vermutlich waren die Kupferkabel als erstes weg…

      Am Tower steht eine Empfehlung ein Schild Einsturzgefahr! Betreten verboten!, dass man sich ein wenig vorsehen möge, wohin man tritt. Das hab ich aber natürlich erst hinter entdeckt, es war ja überwuchert.

      Das ehemalige Flugfeld wird genutzt, ist ein riesiger Solarpark.

      • prieditis schreibt:

        Ahja, das kenne ich vom Fernsehen Hörensagen.
        Das fing ja mit den Vorstadtkrokodilen bei mir umme Ecke an und hörte mit dem Niedergang der Textilindustrie auf. Was man da so hörte, haben viele Kinder in den verlassenen Gebäuden gespielt.
        Das lag bestimmt an den gelben Fliegen Kinderlockfallen… Eltern haften für ihre Kinder und so…

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