Tourcafé und -grill 2014

Halbzeitpause. Morgen beginnt die Tour de France 2014, dieses Jahr tut sie das in Nordengland. Bereits der diesjährige Giro d’Italia startete in Nordirland und wie sehr die Bevölkerung dort mitging, ist hier in Deutschland nicht vorstellbar. Da wurden kurzerhand Hochspannungsmasten in Rosa, der Farbe des Giro, angestrichen, Telefonhäuschen, Fenster und Türen erging es genauso, und auch die Schafe posierten pretty in pink . Schöne Bilder davon gibt es hier.

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Kreuzbube hat gerade sein jährliches Eurosport-Juli-Abonnement eingerichtet, damit der Eurosport-Player in den kommenden drei Wochen als Fenster oben rechts auf dem Computer mitläuft. Zumindest die letzte Stunde der Übertragung heißt es, live dabei zu sein, man kann ja nicht immer nur arbeiten, selbst wenn man auf Arbeit ist.

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Leider, leider jedoch wird es dieses Jahr anders als 2013 allenfalls ein Tourcafé geben. An zwei Freitagen sind wir selbst unterwegs, so bleibt nur einer übrig. Wenn es sich im Hinblick auf andere Verpflichtungen einrichten lässt, ist es am Freitag, den 25. Juli wieder so weit, dann läuft die Übertragung im Kreuzbubenhof und es wird Selbstgebackenes vom Kuchenblech serviert. Zum Finale auf den Champs-Elysées am 27.07. heizen wir in jedem Fall den Tourgrill an, die Speisen werden herzhaft, die Getränke kälter.

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vochte_sm_2

Die Tour de France 2014 erlebt (wahrscheinlich) den Abschied von Jens Voigt. „Wahrscheinlich“ deshalb, weil Vochte entgegen seinen Ankündigungen nun im Alter von 42 Jahren doch noch einmal antritt, es aber mit dem Teufel zugehen müsste, wenn er sich 2015 erneut breit schlagen ließe. Aber bei ihm weiß man nie.

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Einmal im Jahr, nämlich zur Tour, guckt der kreuzbube auch in diesen Zwitscherdienst herein.  Den eigenen Account hatte ich mal eingerichtet, aber nachdem mir partout nicht einfiel, was ich dort absondern könnte und ich mich auch ganz perplex fragte, warum ich das überhaupt tun sollte, ganz zu schweigen davon, woher ich auch dafür noch die Zeit abknapsen sollte, blieb es dabei dann auch. Während der Tour ist das aber anders, da schaue ich mal rein, bei @thejensie.

vochte_2014

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Die Tour de France 2014 sollte auch den Abschied von David Millar erleben. Dank @millarmind sind wir live dabei, wie es anders kommt:

30.06.2014: I love being on a team where everybody answers their phone. Well, they used to…

30.06.2014: None of my team will answer the phone to me. I under-performed at the nationals. I’m now so scared about losing my Tour spot I can’t sleep.

30.06.2014: I was selected for TdF last week, then they pulled me last night.

30.06.2014: For the record, I was going to be ready for the Tour, so sad my team didn’t believe in me, after everything we’ve been through. Not cool.

30.06.2014: 

millarbike

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gino_1Das perfekte Programmheft zur Veranstaltung ist das offizielle, herausgegeben von den Organisatoren und L’Equipe. Streckenchef Thierry Gouvenou erläutert die Etappen und Bernard Hinault, einer der Giganten, die 5 mal die Tour gewannen, stellt die Teams mit ihren besten Fahrern und ihrer voraussichtlichen Strategie vor. Dazu gibt es Rückblicke in die Tourhistorie, die mit alten Pressefotos der L’Equipe bebildert werden. Das Highlight ist sicher der Artikel über Gino Bartalis Siege am Izoard ann0 1938 und 1949 sowie die der anderen Neun, die es schafften, am Izoard und in der Gesamtwertung zu gewinnen und die demonstrierten, „dass ein Champion alleine in die Casse Déserte, den Glorienaltar des Izoard, monolithisch und still, hinein fahren muss“.

Der Izoard steht in diesem Jahr am 19 Juli auf dem Programm. Ab Kilometer 50 geht es nur noch rauf und runter, 34 km am Stück bergauf auf den Col du Lautiert, dann 19 km am Stück auf den Izoard und schließlich der Schlussanstieg, 12,6 km nach Risoul. Nicht verpassen! Es sei denn, ihr seid auf Reisen wie der kreuzbube, der dann in Böhmen unterwegs ist.

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Zur Einstimmung diese Episode aus der Tourgeschichte, mit Blick auf den eigenen Tacho kann man sich vielleicht besser vorstellen, wie dort gefahren wird:

Der schnellste aller Zeiten war im Jahre 1999 Mario Cipollini. Über 191 km legte er einen Schnitt von 50,35 km/h hin.

(2005 war David Zabriskie noch schneller, allerdings war die damalige erste Touretappe nur 19 km lang).
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12 Antworten zu Tourcafé und -grill 2014

  1. kreuzbube schreibt:

    Man muss sich das Dilemma mal vorstellen, da sitze ich sozusagen vor den vollen flakebehältern und weiß nicht, wo die noch drauf könnten…

    Und wo wir gerade dabei sind, auf die Komponentenhersteller ist wenig Verlass. Da bräuchte ich einen Sattel nebst Lenkerband in Salbeigrün. Aber hat das einer? Nein. Bei drei Grüntönen ist auf dem Markt schon Schluss. (Ganz zu schweigen von den Reifen, die mir neulich einer geschickt hat und deren Streifen letztlich limettengrün waren. Wer soll damit denn herumfahren zum altrosafarbenen Rahmen? Ich etwa?)

  2. prieditis schreibt:

    Hm, ob der Millar sein Gebrauchtrad wohl gegen ein Bild… ;o)

    • kreuzbube schreibt:

      Wer würde diesen Tauschhandel nicht eingehen? So ein Rad ist doch beliebig austauschbar. Außerdem haben sie unlängst erst bei ihm eingebrochen, da sind die Wände wahrscheinlich noch nackig.

      In England waren zum Auftakt 2 Millionen an der Strecke, da sollte man als Maler mit ’nem Bauchladen hin. So ein 18 x 13 Format nimmt der eine oder andere bestimmt als Souvenir mit.

  3. kreuzbube schreibt:

    Wow! In England ist richtig was los an den Straßen. Hierzulande hingegen… hat man in Leipzig schon im zweiten Jahr hinter einander die Neuseenclassics nicht mehr auf die Beine gestellt und stattdessen Rudi Altig und noch ein paar Ehemalige am Rande eines Jedermannrennens (das jetzt in der hiesigen Presse schon als Ersatz für das richtige Rennen herhalten muss) eine Juxveranstaltung machen lassen.

    Marcel Kittel aus Arnstadt/Thüringen morgen im gelben Trikot. Das darf der deutsche Fernsehzuschauer aber nicht sehen. Aber Eurosport macht seine Sache jedes Jahr sehr gut. Neu in diesem Jahr: Nach jeder Etappe eine Analyse mit Greg LeMond.

  4. crispsanders schreibt:

    Diese millar Geschichte ist herbe. obs Politik ist oder Alltag des Pelotins. ?

  5. donferrando schreibt:

    Ja, natürlich, meine Nachbar Mario🚲🚲🚲🚲🚲

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