Deutsch-Südwest, 2

kreuzbube gondelt an der See herum, währenddessen sammeln gleich drei Wettstreiter Punkte. Es wird also Zeit, dass der Sportinformationsdienst die Ergebnisse bei der Unendlichen Rundfahrt auf den neuesten Stand bringt. 

prieditis ist in Franken angetreten und hat, alle Zeichen deuten untrüglich darauf hin, auf der Etappe zum Bismarckturm Ansbach das gemacht, was er vortrefflich kann: Heimlich Bier ins Gepäck schmuggeln. Ich hatte das ja bereits in Flandern erlebt. Nach 150 km fragt er mich „Willsten Bier?“ und während ich noch verdattert gucke, holt er es schon aus dem Rucksack. Das hatte er unterwegs blitzschnell wie ein Zauberkünstler irgendwo aufgeklaubt und den ganzen Tag über mit sich herumgefahren. Nicht, dass sich das zum Problem auswachsen könnte, bei der Unendlichen Rundfahrt ist den Teilnehmern die Einnahme jeglicher Stimulanzien freigestellt. Fünf Etappensiege hat prieditis nun zu verbuchen und sorgt so dafür, dass das Hauptfeld recht geschlossen dem führenden kreuzbuben nacheilt. 

Arne feiert als Westernreiter seinen zweiten Etappensieg in Stuttgart, wovon er hier gleich selbst erzählen wird. Anneke hat in Niedersachsen drei weitere Turmankünfte für sich entschieden, wodurch in der Gesamtwertung auf den Plätzen drei und vier eine starkes weibliches Duo vorne mitmischt. Die Redaktion muss noch Bildmaterial auswerten und bittet um Verständnis, dass die Sendung über den Rennverlauf des Teams Oranje erst zu einem späteren Zeitpunkt ausgestrahlt werden kann.

***

von Arne

16_Straße_Am_Biskmarckturm_StuttgartZweite Etappe im Schwäbischen am Samstag, den 20.9.2014:

Nach Wettervorhersage wird der vorerst letzte warme Tag genutzt und von Göppingen entlang von Fils und Neckar nach Stuttgart gefahren. Dabei fällt Arne gleich im nächsten Ort (Uhingen) die Bismarckstraße auf. 

Wieder führt der Weg durch Plochingen, aber ab hier verläuft er diesmal neckarabwärts und nicht, wie nach Tübingen, neckaraufwärts, und daher auch vorbei am Hundertwasser-Haus.

11_Hundertwasserhaus_Plochingen

Das ist übrigens eine radtechnisch unangenehme Stelle. Noch einmal übrigens: Fotos können lügen, hier ist ganz viel Unschönheit weggeschnitten.

Der Bismarckturm in Stuttgart ist Arne bekannt – vor vielen Jahren, während dem Zivildienst, gab es viele Abendspaziergänge dorthin. Unterwegs gewundert, warum Stuttgart behauptet, eine fahrradfreundliche Stadt zu sein. Die Umleitung auf dem Neckartal-Radweg wegen „Gleisbauarbeiten“ an der daneben liegenden Eisenbahnhauptstrecke im Neckartal lässt Arne irrtümlich auf die andere Talseite wechseln und führt zu Irrfahrten durch Hedelfingen und den Stuttgarter Osten. Schließlich findet sich doch der Weg durch den Schlossgarten, vorbei an der Narbe „S21- Baustelle am HBF“ – bis vor 2 Jahren war das hier ein Park mit schönen, alten Bäumen.

Stuttgart 21 Hauptbahnhof

Stuttgart 21 Hauptbahnhof

Und letztlich, aus Nostalgie, vorbei an den Zwillingshochhäusern der Uni Stuttgart, wo viele Elektro-Autos zum Ausleihen auffallen. Über Hoppenlaufriedhof und am ehemaligen Altenheim nahe der Russischen Kirche (diese ist auch eine Stuttgarter Sehenswürdigkeit) vorbei führt die Route zum Hölderlinplatz. Die Lenzhalde schwingt sich den Südhang voller Villen hinauf bis zur Feuerbacher Heide, hier ist aus der Ferne ein erster Blick auf den Bismarckturm möglich.

15_Lenzhalde_erster_Blick_auf_Biskmarckturm_Stgt_von_der_Ferne

Schließlich führt die Straße „Am Bismarckturm“ folgerichtig zum ersehnten Ziel.

Bismarckturm Stuttgart

Bismarckturm Stuttgart

Aber auch vom Platz um den Bismarckturm aus gibt es beste Sicht nach Nord-West sowie über die Stadt.

18_Panorama_Stuttgart_von_Platz_vor_Bismarckturm

Der Turm ist geschlossen, offensichtlich war schlechtes Wetter vorhergesagt, da die Schließenszeit noch nicht erreicht ist. Die Rückseite des Stuttgarter Bismarckturms ist beschriftet: 

19_Aufschrift_Bismarckturm_Stuttgart

Auch diesmal rächt es sich, dass Arne erst spät am Nachmittag losgefahren ist – um 20 Uhr ist es schon ganz dunkel und diesmal erfolgt die Heimfahrt mit dem Zug ab dem Stuttgarter Hauptbahnhof.

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5 Antworten zu Deutsch-Südwest, 2

  1. arneradelt schreibt:

    eigentlich schade, dass es keinen Anreiz für Zweitbesuche oder Folgetäter gibt. Aber noch bleiben unbesuchte Türme, dann können Zusatzbedingungen gestellt werden (innerhalb eines Jahre, bestimmte Art der An- oder Abfahrt,…)

    • kreuzbube schreibt:

      Es können natürlich alle so oft zu Bismarcktürmen fahren wie sie wollen.

      Bei der Unendlichen Rundfahrt jedoch gibt’s nur Punkte für Sieger. So lautet die Regel, so klar ist die Regel, so soll sie bleiben. Eine Frau/ein Mann, ein Rad, ein Turm. Ein Etappensieg.

  2. cut schreibt:

    Ja kuck einer an. Da wäre ich so einem Bismarckturmjäger ja fast am Hbf in Stuttgart über den Weg gelaufen.

    • kreuzbube schreibt:

      Man muss mit den Rundfahrten mittlerweile überall und jederzeit rechnen. Verschont bleibt man von ihnen am ehesten dort, wo ein schon gewonnener Turm steht.

  3. kreuzbube schreibt:

    „Narbe“ bezeichnet die S21 Baustelle sehr treffend. Allerdings ergeben die dort hinten bereits stehenden Zweckbauten mit dem Bahnhof auch nicht gerade ein schickes historisches Ensemble. Bislang hatte ich immer nur Fotos vom Bahnhof selbst gesehen, schön, dass mein Blickwinkel nun erweitert ist.

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