Gran Fondo Bismarckturm

von Toni

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Nein, ich bin nicht von Berlin nach Coswig gefahren…

…ich fuhr von Wiesenburg nach Coswig und von dort nach Berlin! 😉

ostbahnhofAm Sonnabend ereilte mich die senile Altersbettflucht und so ließ ich Kind und Kegel in der warmen Stube zurück und sattelte heimlich mein „neues“ Rad. Nachdem ich ja im September schmerzvoll gescheitert war, sollte endlich der Turm und nicht der Toni fallen.

donut_kocmo

7:03 Uhr. Von Berlin Ostbahnhof nach Wiesenburg/Mark. Schnell noch ein paar Kalorien und ’nen Kaffee, und ab in den Zug.

7_24

Nun hatte ich 1:30 h Zeit, über mein übereiltes Vorhaben nachzudenken. Auf dem Weg zum Bahnhof hatte ich schon bemerkt, ohne Helm und Luftpumpe unterwegs zu sein und schon zweifelte ich gänzlich an der Sinnhaftigkeit meines Vorhabens. Wer mich kennt, der weiß, habe ich einmal angefangen, dann bin ich nicht vom größten Blödsinn abzuhalten. So kam es, wie es kommen musste.

bahnhof_wiesenburg

gran-fondo-150Um 8:24 Uhr spuckte mich der RE7 auf dem menschenleeren Bahnhof in Wiesenburg aus. Es sollten heute 150 km werden, da ja noch die Strava Herausforderung gemeistert werden sollte. Der Doorman grüßte grimmig, war ich doch der Einzige, dem er so früh am Morgen die Tür öffnen musste. Sodann ging es auf der B107 nach Süden in Richtung Coswig.

Allein auf der Strasse bot sich nicht viel Bemerkenswertes. Der Start war perfekt, denn mich überholte ein Trecker und so hatte ich die ersten Kilometer Windschatten und die Beine wirbelten, doch der Puls blieb noch niedrig.

bismarckturm_coswig_schild

In Coswig richtig abgebogen wurde die Vorfreude größer, denn nun war es Rückenwind, der mich schob, und alsbald blinzelte der Bismarckturm durch die blätterlosen Bäume. Ist man allein und im Januar unterwegs, dann wird nicht viel pausiert. Schnell die obligatorischen Bilder geknipst, kurz darüber sinniert, wie schön es doch im Frühling hier sein müsste, so mit Tiergarten und Restaurant dabei, schon war ich wieder auf dem Rad.

bismarckturm_coswig

Bismarckturm Coswig

Die elektronische Brieftaube schickte die Nachricht in die Welt und nun waren es nur noch 120 km bis nach Berlin. Die Berge des Hohen Fläming nochmals durchritten; Niemegk, Treuenbrietzen, Luckenwalde. Die Zehen gaben keine Rückantwort mehr. Dann war ich richtig nach Norden unterwegs, die Kräfte schwanden, die Kette quietschte, aber anhalten war nicht, es wurde ja eh nicht besser. Kurz vor Berlin nochmal eine Baustelle in Mahlow, kurz durfte ich mal ins Gelände, Scheiß egal, die warme Dusche wartete. Nach 5:52 h ritt ich auf den Hof, alle Ziele waren erreicht und ich pünktlich daheim. Was will man mehr!

***
In der Gesamtwertung der Unendlichen Rundfahrt schiebt sich Toni damit punktgleich mit Twobeers auf den zweiten Platz.
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6 Antworten zu Gran Fondo Bismarckturm

  1. carodame schreibt:

    Glückwunsch auch von mir zu allen Punkten! Auch wenn Du mich nun überholt hast 🙂
    In Wiesenburg stieg ich früher aus, wenn ich meine Großeltern in Görzke besuchte. Ich glauben da fuhren noch Wagen mit Holzsitzen…
    Mir geht es mit der Umsetzung von Ideen ähnlich. Vernunft hat da keinen Platz.
    So bin ich gestern kurzerhand zur Cyclocross-WM gefahren und natürlich wieder zurück(auf 4 Rädern). Es war phänomenal!

  2. Anneke schreibt:

    Glückwunsch zum schicken Rad, Turmpunktstreich und Geburtstag Toni! 😉

  3. twobeers schreibt:

    Nochmals möchte ich die Unfairnis unterstreichen, mit der Toni diese Etappe eingefahren hat. Ohne Ankündigung mitten in der Nacht los, das spricht nicht von echtem Sportsgeist.

    • kreuzbube schreibt:

      So gerne ich persönlich dies als Einspruch werten und dem nachgehen würde:

      Bei der Unendlichen Rundfahrt gelten für alte Beschwerden die 3F: Formlos, fristlos, fruchtlos.

      Hier ist an alle Teilnehmer zu appellieren, sich der über 100 Jahre alten Rennhistorie zu besinnen und sich Vorteile zu verschaffen, was das Zeug hält. Bis hin zur Hechtsuppe!

  4. kreuzbube schreibt:

    Einfach so, aus der Kalten, ein Etappensieg… das kann ich nicht unerwidert lassen. Ich habe das Titan bereits poliert! Nun muss ich nur noch Zeit zum Fahren finden…

    (Den Helm vergesse ich auch gerne mal, wenn ich eine Mütze aufgesetzt habe. Dann scheint da oben drauf nichts zu fehlen.)

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