Das dubiose Duo

Wochenende. Keine Türme? Keiner aus dem illustren Kreis der Unendliche Rundfahrer unterwegs gewesen? carodame und kreuzbube können auch keinen weiteren Etappensieg vermelden. carodame bekam die Quittung für die Regenirrfahrt im Thüringer Wald, das war ein Etappensieg, der von ihr wahrlich teuer bezahlt wurde. Ich hingegen war erneut als Forschungsreisender unterwegs und ließ mir am regnerischen Samstag im Trainingslager der U17 zeigen, wie die richtigen Sportler im Winter auf dem Ergometer Krafttraining trainieren. Ethnologisch korrekt muss ich beim Besuch bei den wilden Stämmen die Stammesrituale mitmachen, auch wenn ich nicht selbst zur Rothaut werde. Also habe ich erst zugeschaut und dann war ich selbst dran. Mamma mia! Wieder einmal geht smart vor hart. Anstrengend ist es, schweißtreibend ist es, aber man muss sich nicht kaputt machen. 70 Minuten mit Herz- und Trittfrequenzvorgaben bei stark unterschiedlichem Widerstand unter den Sohlen.  Was die so für Sachen machen… aber Spaß hat es gemacht, eine überschaubare Zeit so effektiv zu nutzen. Leistungssport und Freizeitsport sind wahrlich zwei völlig verschiedene Sachen und sehen allenfalls ähnlich aus . Aber ich möchte niemanden langweilen und freue mich über die Gelegenheit, juri.loop das Wort zu überlassen, der uns noch einmal schildert, wie es ihm erging beim Einstieg in die Unendliche Rundfahrt.
***

von juri.loop

…ich habe beobachtet … – …ich habe lange beobachtet‎… und gelesen natürlich … und mal locker 2 Türme ins Auge gefasst… und wieder verworfen… und eigentlich wochenendlich darauf gewartet, daß sie fallen… nix passiert – was stimmt nicht mit den beiden Türmen? So nah im Einzugsgebiet von Carodame und Kreuzbube (Leipzig als Basis annehmend) – am Wetter kann es nicht liegen – alle Fahrer sind unterwegs!? Also mal die alte Kamera zu den Radsachen‎ gepackt – nur so für den Fall.

Schloss Hartenstein

Schloss Hartenstein

Burg Wildenfels

Burg Wildenfels

Sonnabendrunde Richtung Zwickau; liege gut in der Zeit – jetzt oder nie: START!!! Der Turm ruft! Abbiegen nach Süden,‎ Berg hoch, Berg runter, das Wetter passt – Zweifel bleiben: du bist kein Schreiber wie Kreuzbube; kein Fotograf‎ wie Carodame; reist nicht auf extravagantem Gefährt wie prieditis; bist kein „Mehrtürmer“ wie die ESKs…  Na, da fährste wenigstens ohne Karte! 

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Auf die Heimatkundekennt‎nisse vertrauend (und das schwache 3 Wochen alte „Gedächtnisprotokoll“) muss ja Schneeberg gleich kommen.‎ Also weiter Berg hoch, Berg runter, Berg runter, Berg hoch – kein Schneeberg in Sicht.

Schnee...berg

Der point of no return ist erreicht (sonst komme ich zeitlich in Bedrängnis)  da, wie von Zauberhand, ein Schild: Schneeberg 4km! Der 10er mehr – halbe Stunde – rollste zurück eben etwas schneller.  Also weiter! Am Ortsausgang weicht das rückgewonnene Lachen – schnurgerade 18%…  Mit gefühlten 2 km/h oben angekommen, sehe ich den Zielort, aber keinen Turm. 

Endspurt

Wenn es die Berggaststätte mit Aussichtsturm nicht ist, zu der mich der regionale Bierbrauer weist, muss ich das Unterfangen für gescheitert erklären. Letzter Waldweg, letzte Kurve – in strahlendem Sonnenschein steht er : MEIN ERSTER TURM!!

Bismarckturm Schneeberg

Bismarckturm Schneeberg

Er ist sogar einer der größeren,‎ aber von hinten angefahren, duckte er sich an den Waldrand.  Er rang mir mehr Zeit, mehr Kilometer und mehr Körner ab, als geplant – der richtige Einstieg ins Renngeschehen…

Foto – jetzt bin ich dabei.

Bismarckturm Schneeberg Tafel

Nachtrag: Obwohl sich die Anfahrt zum Ronneburger Turm die letzten 40 Minuten hervorragend  auf Sicht  gestaltete, werde ich mein Konzept‎ (keine Karten oder technische Helferlein) wohl überdenken – zu viele Umwege und zu wenig Unterstützung durch die ansässige Bevölkerung.

Bismarckturm Ronneburg

Bismarckturm Ronneburg

Das aktuelle Klassement der Unendlichen Rundfahrt

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4 Antworten zu Das dubiose Duo

  1. prieditis schreibt:

    Herzlichen Glückwunsch und ein Willkommen im Peloton!
    Ein schöner Bericht noch dazu. Fein!

    Manchmal fragt einen auch die ansässige Bevölkerung nach dem Weg, weil sie glaubt, man kenne sich besonders gut aus, wenn man so weit ab vom Schuss unterwegs ist…

  2. carodame schreibt:

    Toll! Glückwunsch zu diesem schönen Turm. Ich kann jede Pasage sehr gut nachvollziehen. Als wäre ich dabei gewesen 😉 Die „ansässige Bevölkerung“ sollte man nur befragen, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind…

  3. tinotoni67 schreibt:

    Meisterhaft errungener Turm und kurzweilig geschildert. Alles richtig gemacht!

  4. kreuzbube schreibt:

    „Berg hoch, Berg runter, Berg runter, Berg hoch“ – das kenne ich gut. Ich war ja im vergangenen Jahr in Schneeberg, unfreiwillig, weil das Navi ne Macke hat. Von der Irrfahrt und etlichen unnütz gefahrenen Bergen war ich so entnervt, dass ich trotz Pause direkt in Schneeberg gar nicht mehr auf die Idee kam, den Turm zu suchen. Denn eigentlich wollte ich ja von Leipzig nach Bad Elster und hatte in Schneeberg nichts verloren.

    Jedenfalls, die Türme in Erzgebirge, Vogtland, Thüringen sind ein ganz schönes Kaliber. Da können schon mal drei, vier Kilometer unüberwindbar werden, vor allem wenn man nicht weiß, welche drei, vier Kilometer man fahren muss.

    Und dann noch bei Restschnee, alle Achtung! Tapfer verdient, den ersten Turm!

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