Die Occupy-Bewegung im Guter-Bubi-Blog

Gerade sage ich noch zu Twobeers, „Twobeers, wenn jetzt mal ein, zwei Tage Ruhe ist mit den Türmen, dann komme ich endlich dazu, von unserer Friedhofstour in der vergangenen Woche zu erzählen“, schon bimmeln die nächsten beiden Rundfahrer durch. Blog-Blockade sozusagen, ich komme ja zu nichts anderem mehr.
Aber ich mache es gerne, jetzt, wo das Peloton immer weiter anwächst und die Unendliche Rundfahrt immer mehr Fahrt aufnimmt. Ein offenkundiger Wechsel der Renntaktik ist zunehmend zu beobachten: Siege werden unter der Woche eingefahren, Sprintduelle am Wochenende auf diese Weise vermieden. Festzustellen ist auch, dass wir uns hier auf den Etappen in Mittel- und Ostdeutschland gewaltig Konkurrenz machen, während die Rundfahrt weiter westlich und im Norden geordneter verläuft. Dort lässt sich die Strategie für den Etappenverlauf in Ruhe im Voraus zurechtlegen, in der Mitte Deutschlands müssen wir fast täglich auf neue Angriffe reagieren. Wer hier nicht energisch den Lenker nach vorne schiebt, der hat nicht nur einmal das Nachsehen.
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Die Unendliche Rundfahrt hat ein weiteres Mal rund um Dresden gastiert. Nachdem carodame und kreuzbube dort schön öfters erfolgreich waren und ein halbes Dutzend Türme erobert haben, hat Andreas sich nahtlos ins Peloton eingefügt und als erstes Achtungszeichen den Sieg am Turm in Berggießhübel ins Auge gefasst.

Bei bestem Wetter schwang er sich auf sein Moutainbike und ist aus dem Müglitztal in der Sächsischen Schweiz über Feld- und Waldwege, teilweise auf dem historischen Postkutschenweg von Dresden nach Prag, in Richtung Berggießhübel gefahren, wo der Bismarckturm auf 439 m Höhe liegt.

Bismarckturm_Berggiesshuebel

Bismarckturm Berggießhübel

Die Emaille rund um die Fenster kommt nicht von ungefähr. Carl Eschebach, der den Turm aus eigener Tasche spendierte, machte unter anderem in Emaille und mauserte sich von Betreiber einer Klempnerwerkstatt zum Großunternehmer mit 2000 Beschäftigten. So einer lässt sich nicht lumpen, alle 600 Anwesenden bekamen bei der Turmeinweihung 1901 einen Emaillebecher geschenkt.

eschebach_berggieshuebel

Die Villa Eschebach am Dresdner Albertplatz, die er errichten ließ und die heute Sitz der Dresdner Volks- und Raiffeisenbank ist, würde ich mir auch gefallen lassen. Wand- und Deckengemälde italienischer Maler, Räume für Kunstausstellungen, ein Wintergarten und Pflanzen, die so exotisch waren, dass man sie gerne für Dreharbeiten bei den damaligen Stummfilmen nutze. 

Doch zurück zur Unendlichen Rundfahrt. Da Andreas ohnehin gerade so schön drin war im Bergauffahren, hat er auf dem Rückweg noch den Cottaer Spitzberg (390 m) mitsamt der darauf errichteten Triangulationssäule mitgenommen.

Triangulationssäule Cottaer Spitzberg

Triangulationssäule Cottaer Spielberg

Woran nur erinnert uns die? Richtig, auf die Triangulationssäule auf dem Rochlitzer Berg, genauer gesagt auf dem dortigen Turm zu Ehren König Friedrich August II.. So wurde einst Sachsen vermessen. Leider war die Sicht auf dem Cottaer Spitzberg nicht mehr ganz so gut, sonst hätte Andreas uns noch mit einem schönen Foto in Richtung Elbtal verwöhnt. Denn der Cottaer Berg ist eine Basaltkuppe, deren Spitze unbewaldet ist und eine weite Rundumsicht bietet.

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Und schon geht es weiter mit dem nächsten Etappensieg von juriloop, der sich derzeit in bestechender Form präsentiert und bereits zum dritten Mal in kurzer Zeit in die Siegerliste einschreibt – gerade soeben noch einschreibt, denn oben auf dem 511 m hohen Kuhberg am Bismarckturm Netzschkau angekommen, hatte der Akku kaum noch Saft und ließ sich mit viel gutem Zureden gerade noch ein einziges Foto abringen. 

Bismarckturm Netzschkau

Bismarckturm Netzschkau

Das aktuelle Gesamtklassement der Unendlichen Rundfahrt

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3 Antworten zu Die Occupy-Bewegung im Guter-Bubi-Blog

  1. prieditis schreibt:

    Unter der Woche?
    Ich darf den Bürger zitieren, der uns auf der Via Apia am Stein im Unterhemd befragte, was wir denn vorhätten und unsere Antwort unterbrach mit: „Dann seid ihr arbeitslos!“
    ;o)

    Nee, im Ernst: Tolle Sache! Und Glückwunsch an die Türmer!

    • kreuzbube schreibt:

      Ja, aber das war damals an einem Freitag und damit sozusagen schon Wochenende.

      Heute habe ich kostbare Arbeitsstunden geopfert für diese groß angekündigte Sonnenfinsternis und bin auf einen Turm hinauf (noch dazu ohne Punktgewinn). Himmelsspektakel! Stresstest für die Stromnetze! Weltuntergang, weil mal wieder an einem jüdischen Feiertag! Und was war? Nüscht. Sieht so etwa ein Schatten aus, wenn’s finster ist?:

      Nun darf ich heute nachmittag noch arbeiten, was an und für sich unzulässig ist.

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