Rock on!

goitzsche_2 KopieDie Veteranen unter den Lesern werden sich noch erinnern, ich mache gerne mal einen Rundgang. Der kann in Ateliers stattfinden oder auch alljährlich an der hiesigen Hochschule, an der man sich bemüht, junge Menschen, die eine Laufbahn als Künstler  vor sich sehen, besagter Kunst näher zu bringen – oder auch wieder von ihr zu entfernen. Ich entdecke dann meist etwas, das mich anspricht, ohne sagen zu können, warum das so ist. Denn ich habe ja keine Ahnung, reagiere nur, bin das Subjekt, bei dem ein anderer Wirkung erzielt. Mal entdecke ich mehr, mal entdecke ich weniger, und mal ist’s nur der Name eines Bildes, der über Jahr hinweg für Zugriffe auf diesen kleinen Blog sorgt. „Ilona Roderburg fickt alles, nur um schwanger zu werden“ ist in dieser Hinsicht bis heute unübertroffen.

Also auch 2016. Rundgang an der Hochschule für Grafik und Gestaltung in Leipzig. Studenten zeigen, was in ihnen steckt und raus muss. Das Rad abgeschlossen, durchs Portal gestürmt, vorbei an jedem Raum, der irgendwas mit Mediengestaltung zeigt, vorbei an der Fotographie. Beides interessiert mich nicht, vielleicht bin ich zu alt dafür, vielleicht zu ignorant und festgefahren, lasse mir gedanklich nur plumpe Stereotypen entlocken wie „da lernen sie jetzt, Werbefilme zu drehen“ und „jetzt, wo jeder, aber wirklich jeder fotografiert, da ist die Fotographie tot für mich“. Wie gesagt, ich habe ja keine Ahnung.  Leider bin ich dieses Mal fast genauso so schnell mit der Malerei fertig. Sten Gutglück war wieder mit zwei handwerklich beeindruckenden Stilleben vertreten und dann war da noch jemand, der hat sehr schön zwei junge Männer gemalt, die vor einem Bild von Roy Lichtenstein stehen. Außerdem gab’s noch einen Jungen mit Eistüten in jeder Hand und einem hochaufgerichteten Eisbären neben sich. Mangels brauchbarem Erinnerungsvermögen weiß ich leider die Namen der Maler nicht mehr. Knipsen mochte ich diesmal auch nicht, was vielleicht für sich spricht.

Alles in allem muss ich leider sagen, da war nicht viel dabei für mich. Das sah so unorientiert aus, als wüssten sie gar nicht, was sie wirklich machen wollen. Wie ich als Student: Irgendwie durch die Prüfungen kommen, dazwischen Spaß haben, hinterher sehen wir weiter. So blieb mir dieses Jahr nur ein unlängst Verstorbener als Höhepunkt meines diesjährigen Besuchs bei den Anwärtern auf künftige Teilnahme am Kunstbetrieb. 

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Rock on! dachte daraufhin auch ich und wandte mich am Tag darauf wieder dem zu, was ich mangels Kreativität hinbekomme, dem Radfahren nämlich. Dabei bin ich da längst nicht immer frei von Zweifeln. In der Zeit, die ich jedes Jahr im Sattel verbringe, könnte ich wohl jeweils (für den Hausgebrauch) ein Instrument lernen oder eine Fremdsprache, mir vielleicht sogar aneignen, rudimentär mit Zeichenstift oder Pinsel zu hantieren. Dies waren meine Gedanken, als wir uns heute morgen mal wieder am Großen Goitzschesee durch Matsch und Schlamm wühlten, durch Matsch und Schlamm, die tief waren und unter anderem die tiefschürfende Frage aufwarfen, was denn eigentlich der Unterschied zwischen Matsch und Schlamm ist.

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Lösen konnte ich diese Frage nicht, dafür kam ich einer anderen Lösung näher. Das war direkt, nachdem ich meinen unverzichtbaren Sturz hingelegt hatte, jenen, den ich jedes Jahr irgendwo dort zeige. Denn die ungelöste Frage war ja bisher, was kommt nach der Unendlichen Rundfahrt? Nun, ich habe eine neue Idee. Es wird ähnlich, aber ganz, ganz anders. Ich brauche noch ein wenig, das sacken zu lassen, aber es eilt ja nicht, wir sind ja noch beschäftigt.

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So, wie Anneke, die in Walsrode den nächsten Etappensieg erzielt und ihren zweiten Rang im Gesamtklassement gefestigt hat. Entschuldigt hat sie sich dafür, doch lassen wir sie selbst erzählen:

***

Wir waren schon wieder einen Punkt einsammeln… ich möchte mich schon fast entschuldigen 😉 Also, im Nachbarkreis SFA (Soltau-Fallingbostel) schlummerte eine Bismarcksäule… die habe ich komplett verdusselt. Schlichtweg das „und“ in der Überschrift „Bismarcksäule und Gedenkstein“ überlesen. Nun hat mein Gatte seit zwei Wochen ein neues Rumpelrad und er verlangte nach Ausfahrt. Da fiel mir der Walsroder Gedenkstein wieder ein. Beim Nachschauen dann sehe ich: Oh-hoppala, das ist kein Gedenkstein, das ist eine Säule! „Jahínda!“ rief der Gatte erfreut. Ja dann sind wir mal hin… da!

Leseecke in Drögenbostel

Leseecke in Drögenbostel

Ab Heidedorf Schneverdingen sind wir ziemlich teerlastig, gegen den Wind, nach Walsrode geradelt. An der gnubsigen Bismarcksäule (9 Meter hoch) sind dann wir erstmal „voll vorbeigenietet“ und haben uns schlaufragen müssen. Der „Gnubsie“ wurde dann schnell gefunden und die übliche Fotosession abgehalten.

Bismarcksäule Walsrode

Bismarcksäule Walsrode

Nach einer Stärkung bei einem Bäcker schnappten wir uns ab Bad Fallingbostel dann die Böhme und folgten ihrem Verlauf Flussaufwärts über Solltau, bis zur Quelle im Pietzmoor. Ab hier waren es dann nur noch wenige Kilometer bis Schneverdingen. Herrliche Wege, feine Tagestour!

heide

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4 Antworten zu Rock on!

  1. carodame schreibt:

    Sehr hübsche Leseecke habt ihr da gefunden. „Zusammen herumirren“ ist eine gute Maxime.

  2. alex schreibt:

    …der Weg mit den Holzbrettern gefällt mir…

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