Türmekegeln

vermisst toni

Ob es auch Punkte für Nachaufnahmen der Türme gebe? Es könnten ja auch Friedhofsmauern sein… Das war Tonis Frage, der Türmekegeln gehen wollte. 1000 Kilometer, ein Turm nach dem anderen. Anders als es das Foto, das als Aufhänger dient, weismachen will, ist er auch nicht verloren gegangen. Ich war stets im Bilde, welchen weiteren der verbliebenen Türme der Unendlichen Rundfahrt er mir auch noch weggeschnappt hat. Auf der Reise von Niedersachen nach Bayern waren das Hildesheim, Bodenwerder, Göttingen (und zu meinem Leidwesen auch noch beide dort!), Bad Kissingen, Würzburg, Lauf an der Pegnitz und Lattersbach.

Ich muss die Fotos nun erst noch sortieren und beschriften und Toni wird noch ein paar Zeilen zu seiner Reise verfassen, die ich dann verlinke. Vorab gibt es hier das Beweisstück für den unterwegs ebenfalls errungenen Sonderwertungspunkt, Bismarcks Studentenbude in Göttingen.

bismarckbude

Denn Bismarck studierte in Göttingen und ist eins der Beispiele dafür, dass man nie auf Eltern, Lehrer, Professoren und sonstige Autoritäten hören sollte, dass ob des Lebenswandels sowieso nichts aus einem werde. Bismarck nämlich landete wiederholt im Karzer (Kerker), den die Universität an der Rückseite des Aulagebäudes errichtete, um Studenten darin ihre Misstaten büßen zu lassen. Und die Liste seiner Verfehlungen war so lang wie die seiner Kommilitonen: Verbotene Duelle und Rauchen in der Öffentlichkeit, Glücksspiel, Beleidigungen, öffentliche Trunkenheit, ständiger Unfleiß, nächtliches Lärmen, Böllerwerfen, zu schnelles Reiten in der Stadt und das Baden in der Leine außerhalb der Badeanstalten wurden mit Haft im Karzer geahndet.

So, Pause gefüllt, es folgen die ersten Fotos. Glücklicherweise hat Toni den auf seiner Liste befindlichen Turm in Walsrode liegen lassen – denn der war schon vergeben, auf der 116. Etappe hatte Anneke ihn sich bereits gesichert. Mittlerweile verliert man schnell mal den Überblick. Beginnen wir dennoch in Niedersachsen:

bismarckturm hildesheim

Bismarckturm Hildesheim

bismarckturmbodenwerder

Bismarckturm Bodenwerder

Hier gibt’s mal was etwas anderes, das aus der Reihe fällt: Ein Feueraltar. In Göttingen gab es zwar schon einen Bismarckturm, aber warum nicht einfach noch ein Denkmal hinstellen? 1000 Studenten sind seinerzeit mit Fackeln zur Einweihung gezogen und dort, wo wir heute ein Geländer sehen, war damals Feuerschale. Um den Feueraltar herum standen einst sechs steinerne Säulen, die ebenfalls Feuerschalen trugen. Wegen Baufälligkeit wurden sie in den 1950er Jahren abgerissen.

bismarckstein göttingen

Feueraussichtsaltar Göttingen

Damit wären wir beim eigentlichen Bismarckturm Göttingens, einem 21 Meter hohen Hauptturm (sechseckig), an den ein weiterer, 10 Meter hoher Treppenturm (rund) angefügt ist. Sieht man hier im Bild jetzt nicht so recht, muss man sich einfach mal vorstellen. Oder hier klicken, bismarcktuerme.de hat wie immer viele Infos und Bilder zur Turmgeschichte.

bismarckturm goettingen

Bismarckturm Göttingen

Übrigens, wegen der Bennung dieses Turms hatte man zu Lebzeiten Bismarcks bei diesem angefragt, ob ihm das denn recht sei. Ja, hat er gesagt, „Ich danke für die Ehre, welche mir durch die Benennung des Turmes erzeigt wird […]“

Anschließend ist Toni bis nach Bayern vorgedrungen, wo er zunächst den Bismarckturm in Bad Kissingen einnahm, wo Bismarck insgesamt 15 mal zur Kur weilte, obwohl dort ein Fassbindergeselle mal ein Pistolenattentat auf ihn verübte. Eine Zeitlang wurde der Ort auch als Bismarckbad und Kanzlerbad bezeichnet. Und jetzt kommt der Schocker für die Sonderwertungspunkte, für die ja auch die Bismarckeichen zählen. Man hat dort 1998 zu Bismarcks Todestag sage und schreibe 100 Bismarckeichen an der Saale-Promenade gepflanzt. Hätte der Toni das gewusst… (Ich würde sagen, wir verzichten darauf, dafür 100 Punkte zu vergeben, falls noch jemand dort hin will. Einer für das Gesamtpaket sollte reichen, oder? Die Bäume unterscheiden sich ja nicht.)

Bismarckturm Bad Kissingen

Bismarckturm Bad Kissingen

Nun hatte Toni schon einige Kilometer in den Beinen, was lag näher, als statt bloßem Kilometerfressen die Strecke nachzuwürzen. Im Bismarkwäldchen zur Würzburg fand er den nächsten Turm, zu dem es zu erwähnen gilt, dass sogar die katholischen Studentenverbdinugnen zu den Einweihungsfeierlichkeiten des Katholikenhasser Bismarck erschienen waren. (Wir erinnern uns, Bismarcks Sohn wollte einst eine Katholikin ehelichen. Darauf der gar nicht mehr eisen Kanzler: „Dann bringe ich mich um!“)

bismarckturm-wurzburg

Bismarckturm Würzburg

Wo unser heldenhafter Rundfahrer gerade einen Lauf hatte, nahm er kurzerhand auch den Bismarckturm in Lauf mit.

bismarckturm-lauf

Bismarckturm Lauf

bismarcksaule-lattersdorf

Bismarcksäule Lappersdorf

Die läppische Bismarcksäule in Lappersdorf, einst errichtet von Regensburger Offizieren des 11. Königlich Bayerischen Infanterie-Regiments „Von der Tann“ war schließlich der letzte Punktgewinn vor Tonis Ziel in Regensburg. Damit katapultierte sich Toni in einem kometenhaften Aufstieg auf Rang zwei der Unendlichen Rundfahrt. Welch ein Comeback!

 

 Das aktuelle Gesamtklassement der Unendlichen Rundfahrt
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6 Antworten zu Türmekegeln

  1. Anneke schreibt:

    Toller Tausender, Glückwunsch! Und endlich Göttingen von der Karte 😉 (……Hildesheim und Bodenwerder tut ’n bisschen weh….)

  2. Twobeers schreibt:

    Damit schiebt sich Toni auf 2 vor? Was für ein Husarenstück!

  3. carodame schreibt:

    Also: Haste Töni!

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