Im Haine, ich

Tiefer Tann schimpft er sich nicht 
Nimmt Buche, Ahorn in die Pflicht.
Rot und gülden in des Herbstes Licht
Der Baum noch voll, das Laub noch dicht

Vorwärts, vorwärts, ohne Zag‘
Der Weg ist gut, er ist nicht arg

Müssen suchen, müssen finden
Die Türme fallen, die Türme schwinden
Immer an den Sieg geglaubt
Bevor die Hauptstadt den Triumph noch raubt

Vorwärts, vorwärts, die Kräfte nie versiegen
wollen siegen, durch den Hainich fliegen

Gelbe Route, Süd nach Nord
Das Herz schlägt kräftig, immerfort
Rote Route, Ost nach West
Der Tritt ist stark, der Tritt ist fest

Vorwärts, vorwärts, des kreuzbuben Blick
Lässt doch seine Dame nie im Wald zurück

Auf rundem Kurs nun durch die Natur
Den wilden Katzen auf der Spur
Der Fledermaus und auch dem Specht
So ist es gut, so ist es recht

Vorwärts, vorwärts, ohne Zaudern
Bevor Dunkelheit uns lässt erschaudern

Opfermoor und Betteleiche
Sperbersgrund und Hünenteiche
Esche, Linde, Totes Holz
Der Kronenpfad, der ganze Stolz

Vorwärts, vorwärts, mahnt’s Gemüt
Der treue Hund allein den Hofe hüt‘

Der Druck entweicht, schon ist er fort
Der Rettungsreifen nicht an Bord
Der Bube pumpt, der Bube presst
Havarie tief im Geäst

Vorwärts, vorwärts, spricht die Uhr
Und tief im Wald die Kreatur

Wie steht sie schließlich da, die Wehr?
festgemauert in der Erd?
Der Turm indes ist leider schlicht
Dem Eisern Kanzler entspricht er nicht

Heimwärts der kreuzbube drängt
Hat einen Sieg noch drangehängt.

Bismarck... äh... "Turm" Mühlhausen

Bismarck…“turm“ Mühlhausen

***
Ein Turm noch fehlt, oh weh! und Ach!
Doch kreuzbube ist heut‘ nicht mehr wach.
Das aktuelle Gesamtklassement der Unendlichen Rundfahrt
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12 Antworten zu Im Haine, ich

  1. Anneke schreibt:

    Ha! Kreuzbube ist wieder eingestiegen ;-). Dazu schon wieder auf dicken Reifen unterwegs. Ich bin begeistert!

  2. traumradeln schreibt:

    Was für ein tolles Gedicht 😂😂😂! Ich mag es 👍👍👍!

    • kreuzbube schreibt:

      Freut mich! Mein geringfügig verspäteter Beitrag zur deutschen Romantik des ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts, in die Bismarck hineingeboren wurde. Leider kann es keiner mit meinen Ohren hören. Man stelle sich einen etwas treibenden Rhythmus vor.

      • traumradeln schreibt:

        Ich habe es eben für Frau Traumradlerin laut rezitiert. Vielleicht kam ich ja diesem Rhythmus nahe. Grüße 😁.

      • kreuzbube schreibt:

        Sehr gut! Wie oft sind nicht Coverversionen gelungener als das Original!
        Vor unserer Reise über den Jean Paul Weg dachte ich übrigens daran, unterwegs ein paar Verse zum Vortrag zu bringen. Recht schnell musste ich allerdings feststellen, dass ich keinen Atemzug entbehren konnte…

  3. tinotoni67 schreibt:

    Hätte ich in der Nacht eh nicht wahrgenommen. Ich glaub ich muss in die Pfalz…. 😉

    • tinotoni67 schreibt:

      Ach und Glückwunsch zum n+1 Rad.

    • kreuzbube schreibt:

      Bin dreimal die Wege rauf und runter gefahren und wollte nicht glauben, dass das der Turm ist. Man kommt aber leicht hin – wenn man es mal weiß. Die kleine Wohnsiedlung 5 km außerhalb von Mühlhausen ist sehr mit Bäumen zugewachsen.

      n+1 täuscht. Ich reduziere den Bestand und habe schon einiges weg. Mein Fahrradraum sieht aber immer noch so aus wie vorher. Aber wir sind ja auch zu zweit… 😉

  4. Twobeers schreibt:

    Ich kann keinen Turm erkennen. Aber ein neues Rad. Passt ihr beide zueinander?

    • kreuzbube schreibt:

      Der „Turm“ war einst ein Haus. Das wurde zum Turm umgewidmet, weil eine Neuerrichtung nicht auf genügend Resonanz stieß. Ursprünglich hatte es einen quadratischen Grundriss und eine Aussichtsplattform oben drauf. Im Laufe der Jahrzehnte erfolgte ein umfangreicher Umbau und die Plattform musste einem Dach weichen. Ich war gestern auch lange unschlüssig, bis ein Hausbewohner versicherte, dass das tatsächlich der ehemalige Bismarckturm sei.

      Der Stumpjumper macht Spaß. Die Spacer müssen noch raus, Sattel einen Zentimeter höher und ins horizontale Lot. Latexschläuche, neue Sattelklemme. Ansonsten gibt es absolut nichts zu basteln. (Gut, man könnte eine Starrgabel einbauen. Aber jetzt fahre ich erst einmal, die Fuhre wiegt inkl. Federgabel sowieso nur knapp 10 kg)

      Das Kocmo ist nun aber auch fahrbereiter. Nach unserer Probefahrt habe ich die Bremsen eingestellt, dem Umwerfer untersagt, die Kette nach außen zu schmeißen und vor allem den Riser gegen einen flatbar mit backsweep ausgetauscht. Nun kommt das Vorderrad nicht mehr gar so schnell hoch, wenn es steil bergauf geht.

      • carodame schreibt:

        Das „Russenrad“ fahre nun ich und ich komme sehr gut zurecht, allerdings steil bergan…
        borge ich mir kurz das Neue 😉
        Der kreuzbube kann ja nicht dafür, aber der“Turm“ ist eigentlich ein wenig peinlich.

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