Artfahren

lüpertz_beethoven_1Artfahren – ein spin-off der Unendlichen RundfahrtDurch das urbane Lebensumfeld,  aber nicht nur dort, wollen wir uns auf dem Rad mit offenen Augen und offenem Geist treiben lassen. Punkte gibt es für – Kunst. Genauer gesagt für Skulpturen. Aufgestellt im öffentlichen Raum, als Public Art für Jedermann in den städtischen Parks, auf Straßen und Plätzen.  Mitmachen ist simpel: Ihr entdeckt ein Kunstwerk, stellt euer Rad davor und macht ein Foto. Und dann ist es an euch herauszufinden, welcher Künstler das gemacht hat, was ihr da gerade entdeckt habt. Ein paar Zeilen für einen Kommentar, Foto an mich. Fertig.

Außerdem im Reglement: Während die Unendliche Rundfahrt das 19. Jahrhundert durchfährt, beginnen wir hier mit der klassischen Moderne. Was auch immer euch begegnet, es muss aus dem 20. Jahrhundert -oder später– stammen. Schluss mit der Gründerzeit und der Belle Epoque, es geht los mit der Avantgarde des beginnenden 20. Jahrhunderts und allem, was danach kam. Jedoch: Keine Politiker- und Kriegerdenkmäler, keine Friedhöfe, keine Brunnen! Keine Wandmalerei. 

Skulpturen. Dreidimensional. Haptisch erfahrbar.

Ich fasse die Kriterien zusammen:

1) Skulptur 2) öffentlicher Raum 3) ab 20. Jahrhundert 4) Name des Künstlers 5) Rad davor

+++Das Artfahren ist beendet!+++

***
lüpertz_beethoven_2

Markus Lüpertz, Beethoven

Markus Lüpertz, „Beethoven“. Bronze vor dem Bildermuseum Leipzig. Lüpertz: Soldat, Fremdenlegionär, Bergarbeiter. Von der Kunsthochschule verwiesen, später Rektor eben jener Kunsthochschule. Rennradfahrer, Boxer, Erfinder seiner selbst als schöner Mann und Genie.

***

Artfahren – das Gesamtklassement:

1) randonneurdidier: 153
2) Markus: 101
3) kreuzbube: 100 1/2

4) prieditis: 39 1/2
5) carodame: 32
6) crispinus: 3
7) Anneke: 1 1/2
8) traumradeln: 1

347 Antworten zu Artfahren

  1. Thomas schreibt:

    @Markus: die Plastik „Energie“ ist von Dr. Heinz Gentz, nicht Genz. Der Arbeitsdirektor des Steinkohlenbergwerks Rheinpreußen, später Ruhrkohle AG, und später bis Mitte 1996 Personalchef und später Aufsichtsratsvorsitzender im Veba-Konzern war in Korruptionsskandale verstrickt und wurde im Jahr 2000 zu einer viereinhalbjährigen Haft verurteilt.

    • Markus schreibt:

      Hallo Thomas,
      danke für den Hinweis. Jedoch ist die Schreibweise „Genz“ gleich an mehreren Stellen im Netz zu finden in Verbindung mit der Plastik.

  2. Markus schreibt:

    Ich werfe zum Abschluß noch ein letztes Werk in die Wertung. Ich hatte das „Hallenhaus“ von 2006 von der niederländischen Künstlergruppe „Observatorium“ (http://www.observatorium.org), auf der 102m hohen Halde Norddeutschland in Neukirchen-Vluyn ja schon vor ein paar Wochen geliefert, jedoch mit einem alten Bild. Damit es auch verdient einen Punkt geben kann habe ich heute nach der Arbeit noch eine Extrarunde gedreht und ein aktuelles Foto geschossen. Wie viele unserer Landmarken ist auch diese illuminiert, so dass man auch nächtens ein halbwegs brauchbares Bild bekommt.

    Die Halde ist übrigens eine brennende Halde. Das heißt im innern ist ein Schwelbrand, gespeist von Kohleresten im Abraum mit Temperaturen bis zu 500°C. Von außen ist allerdings nichts zu erkennen. Diese Brände können nicht gelöscht werden und dauern bis zu 100 Jahre. Irgendwie gruselig.

    Auch möchte ich mich für die grandiose Idee des Artfahrens bedanken! Wenn ich doch nur früher darauf gestoßen wäre, hätte ich dem randonneurdidier das Leben vielleicht noch etwas schwerer machen können 😉

  3. randonneurdidier schreibt:

    Artfahren – ein Werk geht noch, und dann mache ich den Punkt. https://randonneurdidier.wordpress.com/artfahren/
    Ein ganz dickes DANKE für Deine Idee, die mich motiviert hat, Kunst zu suchen und zu finden. Die meinen Blick geschärft hat für die Dinge, an denen ich sonst einfach vorbeigerollt wäre. Die mich zum Nachforschen und Nachdenken gebracht hat. Chapeau!

  4. kreuzbube schreibt:

    Endlich die 100! Und endlich die berühmteste Bronze Leipzigs. Ich weiß auch nicht, warum es so lange gedauert hat, ich komme ja wieder und wieder und wieder daran vorbei. Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. Wir sehen:

    Faust und Mephistopheles, von Mathieu Molitor aus dem Jahr 1913. Standort ist der Treppenabgang zu Auerbachs Keller in der Mädler Passage.

    Auerbachs Keller existierte als Weinstube seit 1438 und erhielt seinen Namen eine Jahrzehnte später nach einem ehemaligen Leipziger Stadtrat, Arzt und Rektor der Universität. Der Mann hieß zwar nicht Auerbach, sondern Stromer, wurde aber nach seinem Geburtsort nur „Dr. Auerbach“ genannt. Das war Anfang des 16. Jahrhunderts. 250 Jahre später machte Goethe das, was man als Student zu tun pflegte und hielt sich bevorzugt in der Weinstube, eben jenem Auerbachs Keller auf. Über Leipzig wusste Goethe fortan in seinem Faust I zu berichten: „Mein Leipzig lob ich mir! Es ist ein klein Paris und bildet seine Leute.“

    Gegenüber von Faust und Mephistopheles steht eine weitere Bronze, die Studenten, die von Mephisto verzaubert werden. Ich sehe das als eine Gruppe und möchte nur einen Punkt dafür.

    Auerbachs Keller ist heute nicht mehr identisch mit jenem von vor mehr als 500 Jahren. Anfang des 20 Jahrhundert wurde neu gebaut, wurde umgebaut, wurde erweitert. Im Zuge dessen fanden die Bronzen dort ihren Platz.

    • randonneurdidier schreibt:

      In den 90ern war ich einmal in Auerbachs Keller und hatte keinen Blick für die Skulpturen, die so gut dorthin passen. Nun kann ich sie sehen und habe auch eine Vorstellung davon, wie das Umfeld aussieht. Danke

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