I met a blind man who taught me how to see

Erstens lässt es mich gar nicht los, dass es solches Erstaunen hervorruft, dass Hunde nicht einfach auf die Straße rennen. 

Und zweitens ist das alles nicht neu. Blindenhund 1930er Jahre. Foto entnommen aus Eipper, Paul, Das Haustierbuch, Berlin 1938 

Um es mit Goethe zu sagen, alles Gescheite wurde bereits gedacht und im Bereich der Blindenhunde wurde die gesamte Grundlagenarbeit vor dem zweiten Weltkrieg geleistet. Ein kleiner Abriss zur Geschichte des Blindenhunds gefällig?

1788: Der blinde Wiener Siebmacher Josef Reisinger richtet einen kleinen Spitz innerhalb eines Jahres als Führhund ab.

1797: A. F. Freville berichtet in seinem Buch „Geschichte berühmter Hunde“, dass Hunde von den Insassen eines Pariser Blindenhospitals zu Führdiensten abgerichtet worden seien.

1819: Johann Wilhelm Klein sein „Lehrbuch zum Unterricht der Blinden“ und gibt darin auch Hinweise zur Abrichtung von Blindenführhunden.

1838: Jakob Birrer von Luthern schildert in seinem Buch „Sonderbare Erinnerungen und merkwürdige Lebensfahrten des Blinden Jakob Birrer von Luthern“ die „Art und Weise, die Hunde abzurichten, welche dem Blinden zum Führer dienen sollen.“

1916: Dr. Gerhard Stalling, der Vorsitzende des „Deutschen Vereins für Sanitätshunde“, gründet angesichts der großen Zahl von Kriegsblinden die erste Blindenführhundschule der Welt in Oldenburg. Die Schule eröffnet mehrere Filialen und bildete bis zu 600 Hunde im Jahr aus, mit denen Blinde in aller Welt versorgt wurden. Gleichwohl schließt die Schule 1926 wegen finanzieller Schwierigkeiten.

1923: In Potsdam wird die zweite Führhundeschule eröffnet. Nachdem dort tausende von Führhunden ihre Ausbildung durchlaufen haben und Deutschland fortan als Mekka der Führhundeausbildung gilt, wird sie 1952 in der DDR entschädigungslos enteignet.

In den 1930 Jahren entwickelt Jakob Johann Baron von Uexcüll eine wissenschaftliche Methode der Abrichtung von Blindenführhunden und verfasst mit seinem Schüler Emanuel G. Sarris einen Artikel über die „Dressur und Erziehung der Führhunde für Blinde“. Uexcüll entwickelt die Idee für einen Abrichtewagen, der in seinem Abmessungen dem Umriss des Menschen entspricht und den der Blindenhund zu Ausbildungszwecken ziehen soll. Sarris konstruiert den Wagen und unternimmt die ersten Versuche mit ihm.

Nach dem 2. Weltkrieg kommt es zu Neugründungen von Blindenführhundschulen, zu denen auch die „Blindenführhundschule Oftersheim/Baden“ gehört, an der bis Mitte der 80er Jahre sehr erfolgreich Blindenführhunde (und auch deren Trainer) von Walter Hantke ausgebildet wurden.

1951: Die Zürcherin Anna Auer erlernt bei Walter Hantke die Ausbildung von Blindenführhunden. Ende der 1950er Jahre gründet sie ihre eigene Schule in Jugoslawien. Von dort schickt sie Führhunde in die Schweiz, wo es noch keine eigenen Schulen gibt.

1964: Die mittlerweile 70jährige Auer lernt den Zollbeamten Walter Rupp kennen, der später ein Standardwerk zur Ausbildung von Blindenführhunden verfassen wird. Auer bildete ihn bis Ende 1965 zum Führhundtrainer aus.

Heute gibt es in Deutschland (bei rund 150.000 Blinden) etwa 2000 Blindenhunde, deren Ausbildung bis zu zwölf Monate dauert. Die Hunde entstammen verschiedenen Rassen (z.B. Labradore, Retriever, Schäferhunde, Pudel), die eine Höhe von 50 bis 65 Zentimeter haben sollen.

Achtung: Ich habe den Überblick über meine Notizen verloren und kann nicht mehr verlässlich sagen, aus welchen Quellen (die ihrerseits wiederum andere Quellen übernommen haben, welche ihrerseits andere Quellen übernommen haben) ich die einzelnen Passagen zusammengestellt habe. Gerne bin ich aber bereit, entsprechenden Forderungen nachzukommen und meinen Titel als Kreuzbube bis zur Klärung etwaiger Vorwürfe ruhen zu lassen.

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