Das Geheimnis des Fahrradhändlers

Monsieur Tamburin hat ein Geheimnis. Monsieur Tamburin ist Fahrradhändler.  Monsieur Tamburin ist der Fahrradhändler in seinem kleinen Städtchen. Monsieur Tamburin weiß alles, was man über Fahrräder wissen kann, Monsieur Tamburin kann alles reparieren, was man an Fahrrädern reparieren kann. Monsieur Tamburin kann nicht Fahrrad fahren.

Konnte er noch nie. Als Junge, wenn er von seinen Fahrradausflügen mit den unvermeidlichen Stürzen zurückkehrte, schob er sein Rad in die Stadt. Mal simulierte er einen Platten, mal einen gebrochenen Lenker. „Ein richtiger Teufelskerl, der kleine Tamburin“, das dachten die Nachbarn dann.

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Später, als sein Name zum Synonym für das Fahrrad geworden ist wie Tempo für Taschentuch, da freundet er sich mit einem jungen Fotografen an. Und der hat irgendwann die für Monsieur Tamburin entsetzliche Idee, ihn, Monsieur Tamburin, in voller Abfahrt auf einem seiner Rennräder zu fotografieren. Monsieur Tamburin weiß nicht, wie er aus dieser Schreckensgeschichte wieder herauskommen soll, und so beginnt er die „Fahrt“ damit, dass er erst einmal fachmännisch verkündet, man müsse sich warmschieben. Sehr ausdauernd warmschieben… und was dann passiert, das verrate ich nicht.

Das Geheimnis des Fahrradhändlers von Sempé ist ein bezauberndes kleines Büchlein, „eine Hommage an das Fahrrad, an die Liebe, die Freundschaft und an die französische Provinz“. Übersetzt von Patrick Süskind und erschienen im Diogenes Verlag erzählt Das Geheimnis der Fahrradhändlers auf 103 illustrierten Seiten die Geschichte von einem, der ausgerechnet durch einen Mangel an Talent den besten Freund findet. Eine weitere Leseempfehlung des kreuzbuben.

Ein herzlicher Dank für die schöne Überraschung gilt Helga.

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13 Antworten zu Das Geheimnis des Fahrradhändlers

  1. fallenbeck schreibt:

    Ich habe mir jetzt – nachdem ich diesen Eintrag vor einiger Zeit gelesen habe – auch dieses Buch gekauft und bin angetan. Eine sehr schöne Geschichte.
    Danke für die Empfehlung!

  2. kreuzbube schreibt:

    cut, ich kann so viel vorwegnehmen: Es wird so weiter gehen…

    • cut schreibt:

      Na denn. Lesen ist immerhin gut für die Bildung. Immer nur in die Pedale treten bringt es in der Beziehung letztlich ja auch nicht.

      • kreuzbube schreibt:

        So ist es. Und nur Blogs zu lesen, ist auf Dauer auch nicht literarisch genug. Die nächste Folge meiner kleinen Lesereihe bringt uns zu den Kurzgeschichten, bei denen Sport zwar der Aufhänger ist, die aber keine Sportberichte sind. Aber erst einmal wollen am Wochenende Fotos bei den Mitteldeutschen Cyclocross Meisterschaften geschossen werden. Lesen ist ja immer auch Inspiration fürs eigene Tun, welche Bahn das dann auch nehmen man.

  3. prieditis schreibt:

    Ja, ich bin baff! Man könnte ja mal zwanglos auf der Trabrennbahn trainieren ;o)
    The Hill (Ein Haufen toller Hunde) hab ich als Kind ein paar mal gesehen. Ein ganz grandioser Film!

  4. kreuzbube schreibt:

    Besten Dank übrigens für den Hinweis auf vier.be. Mittlerweile war ja schon (nur zwei Tage nach Koksijde) das Rennen in Zonhoven (Sieger Sven Nys) mit der schnellen Abfahrt durch den tiefen Sand und den steilen Laufpassagen bergauf durch den Sand. Spektakulär:

    Zonhoven: Laatste Ronde
    De supperspannende laatste ronde van de veldrit in Zonhoven.

    • prieditis schreibt:

      Ach du grüne Neune! Die Abfahrten!!! Ich habe mindestens 20 Stellen gezählt, wo es mich gerissen hätte…
      Aber Respekt vor dem Niederl… Holländer, wie der da ohne Seiltechnik The Hill erklimmt!
      Hier ein Film aus dem Trainingslager:

      • kreuzbube schreibt:

        Der Hammer, was? Durch den tiefen Sand wäre ich nie heil runtergekommen. Es heißt zwar, das Vorderrad einfach laufen zu lassen, damit es sich seinen Weg selbst sucht (wenn man das mit Gewalt erzwingen will, liegt man sofort auf der Nase), aber das alleine ist keine Garantie, wie man auf diesem spektakulären Foto hier sieht:

        Der Holländer ist Lars van der Haar. Der ist in seinem letzten Jahr als Juniorenfahrer schon bei den Männern gefahren, weil er bei den U23 keine Gegner mehr hatte. Mittlerweile hat er schon einige Elite-Rennen gewonnen.

        The Hill… könnte ich mir glatt anschauen.

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